WARUM STRANDEN WALE?

Die Pottwal-Strandungen zu Beginn des Jahres 2016 an den Küsten der Nordsee veranlassten die Mitarbeiter des Museums am Schölerberg, sich einmal näher mit diesem Phänomen zu beschäftigen. Hierfür wird ein wahrer Schatz aus der Sammlung ausgestellt: das Skelett eines im Juli 1984 auf Norderney gestrandeten Schweinswals.

Diese eher kleinen Vertreter kommen als einzige Wale vor den Küsten Deutschlands natürlich vor. Pottwale hingegen treten nur als Irrgäste in der Nordsee auf. Dieser „Umweg“ bedeutet allerdings nicht immer ihr Todesurteil. Einige Tiere finden auch wieder in den offenen Ozean zurück. Die Gründe dafür sind bisher allerdings noch nicht vollständig geklärt. Als „natürliche“ Ursachen werden Krankheiten und Verletzungen aufgeführt. Erstaunlicherweise können auch Schwankungen im Magnetfeld der Erde, ausgelöst durch eine erhöhte Sonnenaktivität, ein Verirren der Wale auf ihren Wanderungen in den Ozeanen bedingen. Forscher gehen davon aus, dass sich die Tiere an

diesem Feld orientieren und so sehr präzise durch die Meere navigieren können, so als hätten sie einen inneren Kompass. Allerdings ist der Mensch durch seinen Einsatz moderner Technologien und die Umweltbelastung mit den verschiedensten Schadstoffen eine nicht zu unterschätzende Bedrohung. So gelangt jährlich eine immer größere Menge an Müll und chemischen Substanzen in die Ozeane. Wale leben zumeist in Gruppen und zeigen ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten. Innerhalb dieser sogenannten Schulen verständigen sie sich mithilfe von Schall, den sie ebenso für ihre Orientierung nutzen. Durch die zunehmende Lärmbelastung in den Meeren – verursacht durch Schiffsverkehr, Bauvorhaben in

und an den Meeren, den Einsatz von Echolotung bei U-Boot-Übungen und seismologischen Untersuchungen mithilfe von Schallkanonen – werden diese empfindlichen Meeressäuger stark in ihrem Verhalten gestört. Dies kann zum Verlassen ihres natürlichen Lebensraumes, Verletzungen am Gehör bis hin zu ihrem Tod führen. Die Walvitrine ist noch bis Ende Mai im Museum am Schölerberg zu sehen.

Kontakt

Museum am Schölerberg
Natur & Umwelt – Planetarium -Umweltbildungszentrum
Klaus-Strick-Weg 10 | 49082 Osnabrück
Telefon: 0541 56003-0

Öffnungszeiten:
Montag: geschlossen · Dienstag: 9 bis 20 Uhr
Mittwoch bis Freitag: 9 bis 18 Uhr
Samstag: 14 bis 18 Uhr · Sonntag: 10 bis 18 Uhr

www.museum-am-schoelerberg.de

Ausgabe 13, 1/2016 | Autor: Norbert Niedernostheide
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