Wie viel Knigge ist in der Ausbildung gefragt?

Unzureichende Umgangsformen sowie Mängel in Disziplin und Leistungsbereitschaft werden von Unternehmen häufig als Schwachstellen potenzieller Nachwuchskräfte genannt. Umgekehrt gilt: beruflich (aber auch privat): erfolgreiche Menschen überzeugen durch situationsadäquates Verhalten und eine selbstbewusste Persönlichkeit. Hierdurch repräsentieren sie ihr Unternehmen und sich selbst in überzeugender Form und werden in Netzwerken als Ansprechpartner geschätzt.

Grundlegend für die Ausgestaltung des eigenen Verhaltens sind all jene Werte und Einstellungen, die jeder im Laufe seiner Entwicklung aus seinem Umfeld mitbekommen und angenommen hat. Im beruflichen Kontext treffen die eigenen Werte auf Unternehmenswerte. Entsprechend gilt es, auch diese zu verinnerlichen und im eigenen, unternehmensbezogenen Auftritt zu leben. Weitere Orientierung für situationsadäquates Verhalten bieten allgemeine Verhaltensregeln. Sie geben einen Leitfaden zur verbalen und nonverbalen Kommunikation in einer Vielzahl von Situationen – vom Telefonat bis hin zum Geschäftsessen. Immer wichtiger gerade im Zeitalter digitaler Medien wird auch die Frage nach der Trennung von Berufs- und Privatleben bzw. die Frage, wie viel Privates am Arbeitsplatz angebracht ist.

Mehr Informationen zu den Seminaren und Anmeldung unter:
www.sprout-os.de

Ausgabe 9, 1/2015 | Autor: Verena Dimper
Carmen_Gomes

Drei Fragen an...

… Carmen Gomes dos Santos

Mitarbeiterin der Ld21 academy GmbH, Trainerin der »sprout Azubi-Akademie« in Berufs- und Verhaltensknigge

Worauf müssen Azubis im Unternehmen besonders achten?

Es geht letztlich immer wieder darum, die Grundregeln korrekter Kommunikation zu kennen und anzuwenden – in allen zwischenmenschlichen Situationen, die sich innerhalb des Unternehmens und im Kontakt nach außen ergeben. Auch die einfache Begegnung auf dem Flur sollte nicht unterschätzt werden, wenn etwa ein Azubi ein Vorstandsmitglied trifft ..

Was muss hier beachtet werden?

Sowohl die verbale als auch die nonverbale Kommunikation muss stimmen, auch unter der Einhaltung von Hierarchie-Regeln. Es geht um ein angemessenes äußeres Erscheinungsbild, ein sicheres Auftreten und eine geschickte Auswahl von Gesprächsthemen.

Was gilt es in der genannten Situation konkret zu beachten?

Es gilt, diese Chance wahrzunehmen, Präsenz zu zeigen und auch als Azubi selbstbewusst und aufgeschlossen aufzutreten. Dazu gehören ein sicherer Blickkontakt und – sofern es dazu kommt – ein fester Händedruck. Der Azubi hat verbal zuerst zu grüßen; es obliegt aber dem Ranghöheren, die Hand zu geben. Der Azubi sollte aus der Situation heraus wahrnehmen, ob – verbal oder nonverbal – eine Einladung zu einem weiteren Gespräch erfolgt. Ein mögliches Thema wäre dann beispielsweise eine (positive) Rückmeldung zur Ausbildung und ein damit verbundener Dank. Absolutes „No Go“ wäre, dem Gespräch aus dem Wege zu gehen, umgangssprachlich zu formulieren oder im Gespräch Gleichgültigkeit zu signalisieren, etwa durch das Verstecken der Hände in der Hosentasche.

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