Sind Insekten das Nahrungsmittel der Zukunft?

Ein von Studenten in Osnabrück gegründetes Start-up will mit einer außergewöhnlichen Idee Erfolg haben: Der Herstellung eines Burgers aus Insekten! Einiges spricht dafür, dass die „Bugfoundation“ mit ihrem „Bux Burger“ in naher Zukunft in aller Munde sein wird.

Seit Jahren warnen Forscher davor, dass die Ressourcen der Erde nicht ausreichen werden, um die stetig wachsende Zahl an Menschen zu ernähren. Die Weltbevölkerung steigt bis zum Jahr 2020 auf fast 8 Milliarden an und bis zum Jahr 2070 durchbrechen wir möglicherweise die 10 Milliarden-Marke. Es müssen Alternativen gefunden werden und zwar jetzt!  Das sehen Baris Özel und Max Krämer genauso. Sie kamen während einer Asienreise beim Probieren von Insekten auf die Idee Burger aus Buffalowürmern herzustellen. Vor knapp zwei Jahren fingen die beiden an sich mit dem Thema genauer auseinander zu setzen. Damals war Baris, BWL Student an der Hochschule Osnabrück, erst 26 Jahre und Max, Student der Geographie an der Uni Bremen, 27 Jahre alt. Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft und nun gemeinsam mit ihrem Team das Unternehmen „Bugfoundation“. Die Vorteile, Insekten zur Nahrung von Menschen zu machen, wurden den beiden bewusst, als Max seine Bachelorarbeit über dieses Thema schrieb. Insekten brauchen bis zu zehn Mal weniger Fressen, verursachen bis zu 100 Mal weniger Treibhausgase und brauchen sogar bis zu 1.000 Mal weniger Wasser – verglichen mit den Werten, die bei der Rindfleischproduktion festgestellt werden. Die Buffalowürmer, aus denen der Burger zu 42% besteht, dürfen zu Tausenden in Kisten übereinander gestapelt werden, ohne den Verdacht der Massentierhaltung zu erregen. Denn das Zusammenleben auf engem Raum ist Teil ihrer natürlichen Lebensweise.

Baris Özel erklärt dazu: „Die derzeitige Praxis der Nahrungsmittelindustrie grenzt an Selbstzerstörung. Gravierende ökologische Probleme wie Klimawandel, Bodendegradation und Süßwassermangel müssen durch den vermehrten Konsum von ressourcenschonenden und umweltschonenden Lebensmitteln eingedämmt werden.“

Wie gesund sind Insekten?

Insekten als Nahrungsmittel haben deshalb eine Zukunft, weil die Produktion umweltschonender als bei Fleisch, ethisch vertretbarer und sogar gesünder für den Menschen ist. Insektenfleisch ist reich an qualitativ hochwertigem Protein, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Mikro-Nährstoffen wie Eisen, Zink und B12. Wer hätte gedacht, dass heutzutage bereits mehr als 2.000 verschiedene Insektenarten regelmäßig auf dem Speiseplan von bis zu zwei Milliarden Menschen stehen? Die beiden Perfektionisten tüftelten ein Jahr an dem Geschmack und der Zusammensetzung des Burgers, unter anderem mit Hilfe von Fördergeldern der Organisation „Food Future“. Heute beziehen sie die Würmer von einer Insektenfarm in den Niederlanden, wo die Tiere speziell für den menschlichen Verzehr gezüchtet werden. Die Produktion der Pattys für den Burger findet derzeit in einer Fleischerei in Osnabrück statt.

Wo gibt es die Burger?

Noch muss man aber für den Genuss der leckeren Burger nach Brüssel fahren. In der EU erlauben bis heute nur Belgien und die Niederlande verarbeitete Insekten auf den Markt zu bringen. So machten sich die beiden Gründer Max und Baris auf den Weg in die Hauptstadt und überzeugten auf Anhieb zwei renommierte Restaurants, ihren Bux Burger auf die Speisekarte zu setzen. Mit Plakaten und Flyern in den Restaurants werden die Kunden auf den besonderen Burger aufmerksam gemacht. Ekelgefühle kommen dabei nicht auf, da sich der Burger optisch kaum von einem normalen unterscheidet. Das Produkt überzeugt auf ganzer Linie mit gutem Geschmack und guten Argumenten! Die rechtliche Lage macht es derzeit noch schwer das Geschäft auszuweiten. Dennoch sind weitere Produkte in Planung und auch der Vertrieb über belgische Supermärkte steht auf der To-Do Liste der Pioniere: „Unser Ziel ist es, den Konsum von Insekten innerhalb der nächsten fünf Jahre selbstverständlich zu machen!“

Hier gibt´s die Burger

  • Six Nations
    The Rugby Pub & Restaurant
    48-50 Rue Grétry
    1000 Region Brüssel, Belgien
  • B43 Steak & Burger House 34
    Rue Saint-Boniface 34
    1050 Brüssel, Belgien

Ausgabe 12, 4/2015 | Autor: Kathrin Prelle

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Bilder ©  Baris Özel