Wer studiert Harfe?

In Süddeutschland wird an fast jeder Musikschule Harfe unterrichtet, hier im Norden ist das Instrument noch im Kommen. Viele Musikschulen suchen händeringend nach Harfenlehrern – die Hochschule Osnabrück bildet sie nun aus.

Wer unterrichtet?

Seit dem Wintersemester 2014 kann man in Osnabrück am Institut für Musik erstmals das Hauptfach Harfe studieren. Als Dozentin konnte Nicole Müller gewonnen werden. An der Hochschule für Musik Würzburg erlangte sie ihr künstlerisches und pädagogisches Diplom (1,0 mit Auszeichnung) und beendete ihr Studium mit einem Konzertexamen. Nach dreijähriger Tätigkeit als Soloharfenistin am Theater Osnabrück ist sie nun als freischaffende Harfenistin in ganz Deutschland tätig.
Nicole Müller veröffentlichte 2011 zusammen mit ihrer Kollegin Katrin Triquart ihre erste CD „Kaleidoskop der Tiefe“ und 2013 ihre erste Solo- CD „Rêves et Danses“.
Müller übt zwei bis vier Stunden am Tag und unterrichtet etwa 15 Stunden pro Woche. Dazu kommen „Touren“ durch ganz Deutschland mit Solokonzerten, Kammermusikkonzerten, Projekten an Opernhäusern, Konzerte mit Orchestern und private Aufträge wie beispielsweise Auftritte bei Vernissagen. Nicole Müller spielt am liebsten Stücke aus Impressionismus und Spätromantik. Des Weiteren versucht sie sich in keltischer und südamerikanischer Folklore und im Jazz.

Für einige Zeitgenossen taugt die Harfe allenfalls zur Hintergrundmusik in einer Hotel-Lobby. Müller sieht das naturgemäß anders: „Es gibt fantastische, wunderschöne, anspruchsvolle und auch viele fetzige Stücke – und es gibt genug Harfenisten die dabei sind, das Image des Harfenspielers zu erneuern.“

Welche Voraussetzungen werden für das Studium benötigt?

Zum Wintersemester 2014 haben sich an der Hochschule Osnabrück zwei Kandidatinnen beworben und beide die Aufnahmeprüfungen bestanden. Diese Prüfung besteht aus zwei Teilen. Im ersten muss der Kandidat zwei Stücke aus unterschiedlichen Musik-Epochen vorbereiten und daraus dann Ausschnitte vorspielen. Dafür wird ein gewisses Niveau vorausgesetzt, das heißt die Bewerber müssen bereits mehrere Jahre Erfahrung im Harfespielen haben. Der zweite Teil besteht in einer 60-minütigen Theorieprüfung. Dafür ist ein Musik-Leistungskurs oder ein Vorbereitungskurs an einer Musikschule hilfreich.

Was beinhaltet der Studiengang?

Der Studiengang setzt sich aus Haupt- und Nebenfach zusammen. Der Hauptfachunterricht mit einer Stunde pro Woche wird in Form von Einzelunterricht gelehrt. Das Nebenfach kann beispielsweise Klavierunterricht beinhalten, dies findet aber auf niedrigerem Niveau statt. Des Weiteren gibt es sehr viele Nebenfächer wie Musiktheorie, Musikgeschichte, Chorsingen, Dirigieren, allgemeine Pädagogik etc..

Wer studiert das Fach?

Jennifer Hammernik ist gegenwärtig die einzige Studentin des Studienganges am Institut für Musik. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich. In Deutschland gibt es drei bis vier Orte an denen bekannte Harfen-Professoren lehren und auch dort sind die Harfenklassen sehr klein. Jennifer hat mit sieben Jahren das Klavierspielen angefangen. Fünf Jahre später hat sie auf einer Informationsveranstaltung die Harfe kennengelernt. Nach sechs Jahren Unterricht wagte sie die Aufnahmeprüfung in Osnabrück und bestand. „Ich möchte mein Instrument anderen Menschen näherbringen und sie mit meiner Musik verzaubern“, sagt Jennifer.

Ausgabe 9, 1/2015 | Autor: Sara Gohmann

Bildnachweise

Fotos: Manfred Pollert