Wie begeistert man Schüler für MINT?

Die Abkürzung „MINT“ setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zusammen. Ausbildungen, Studiengänge oder Berufe aus diesen Disziplinen sollen Deutschland innovativ und wettbewerbsfähig halten. Kein Wunder also, dass sich bundesweit viele verschiedene Initiativen für den MINT-Bereich engagieren und qualifizierten und vielfältigen Nachwuchs suchen.

Auch in Osnabrück finden sich zahlreiche Initiativen, die sich mit dem Bereich MINT beschäftigen, wie das Niedersachsen-Technikum und das Programm „Studienpioniere“, sowie das Projekt „Erfolgreich ins Studium!“ der Hochschule Osnabrück. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Barbara Schwarze ist in der Fakultät „Ingenieurwissenschaften und Informatik“ der Hochschule angesiedelt und wird vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) des Landes Niedersachsen gefördert.

Wie beeinflusst die soziale Herkunft die Berufswahl?

Die Studien- und Berufswahl hängt in Deutschland immer noch stark von der sozialen Herkunft ab. So streben beispielsweise Kinder aus Nichtakademikerfamilien auch nach Erreichen der Hochschulzugangsberechtigung seltener ein Studium an, als Hochschulzugangsberechtigte in deren Familie zumindest ein Elternteil studiert hat. Speziell im MINT-Bereich nehmen außerdem junge Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund weniger häufig ein Studium auf.  Die Zahlen der CHE Quest-Studierendenbefragung an der Hochschule Osnabrück unterstützen diese bundesweiten Ergebnisse auch für die Studierenden der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik in Osnabrück. Während Studierende der ersten Generation mit 72 Prozent bereits gut vertreten sind, können die Anteile der Studierenden mit Migrationshintergrund mit 18 Prozent und die Studentinnen mit 13 Prozent in dieser Fakultät noch deutlich gesteigert werden.

Das Ziel des Projektes ist es, diese drei Zielgruppen für MINT-Studiengänge zu gewinnen, sowie den Studienerfolg dieser neuen Studierenden sicherzustellen.

Wie ist das Projekt aufgebaut?

Das Projekt gliedert sich in drei Projektbausteine. Im ersten Baustein, der sich mit der Phase vor dem Studium beschäftigt, wird das Schüler-Forschungs-Zentrum (SFZ) Osnabrück unterstützt. So soll das Interesse an Naturwissenschaft und Technik bereits in der Schulzeit geweckt und gefördert werden. Durch die verschiedenen Angebote aus dem MINT-Bereich, wie „Robotics“, „Mobilität“, „Programmieren“ oder „Lust auf Chemie“, können sich die SchülerInnen im SFZ außerhalb der Schule durch forschungsnahe Projekte im MINT-Bereich erproben. Der zweite Baustein konzentriert sich auf die Phase des Übergangs ins Studium und ermöglicht für die Schülerinnen und Schüler eine bessere Studien- und Berufsorientierung. Mit „MINT for Girls“ werden beispielsweise speziell Schülerinnen angesprochen, die in einer mehrtägigen Veranstaltung Laborpraktika an der Universität und Hochschule, Unternehmensbesuche und Workshops zu einem MINT-Studienfach absolvieren können. Der dritte Baustein beinhaltet den Aufbau eines Mentoring-Programms, mit dem Erstsemesterstudierende von Studierenden aus höheren Semestern in der Studieneingangsphase unterstützt werden.

Die Features

Das Projekt „Erfolgreich ins Studium“ wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt. Zur Berichterstattung über den Verlauf findet am 30. September 2016 an der Hochschule Osnabrück eine Fachtagung statt, bei der die Projektbausteine vorgestellt und aktuelle Veränderungen in Schulen und Hochschulen diskutiert werden. Weitere Informationen zur Fachtagung und zum Projekt „Erfolgreich ins Studium“ unter:

www.hs-osnabrueck.de/de/wir/fakultaeten/iui/studium/erfolgreich-ins-studium/

Ausgabe 15, 3/2016 | Autor: Carina Sander
 

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