Wie shoppt man in Osnabrück?

Ob neue Schuhe, Geburtstagsgeschenke oder ein Treffen mit Freunden. Irgendwann zieht es jeden in die Innenstadt, um in den Läden und Geschäften Besorgungen zu erledigen oder shoppen zu gehen. Doch wie shoppt Osnabrück genau? Welche Läden sind die Favoriten und was kann verbessert werden? Im Auftrag von „Osnabrücker Wissen“ hat sich das Studententeam „New Market Passengers“ in einem Semester-Projekt der Hochschule der Frage gewidmet, Sekundärforschung betrieben und eigene Fragebögen für Osnabrücker Passanten erstellt.

Woher kommen die Kunden und weshalb besuchen sie die Innenstadt?

Im November 2013 wurden rund 400 Passanten von der 12-köpfigen Studentengruppe in der Großen Straße, Johannisstraße, Kamp-Promenade und in der Osnabrücker Altstadt zu ihrem Shoppingverhalten und ihren Beweggründen befragt.
Über die Hälfte der Passanten war zwischen 15 und 34 Jahre alt und wohnte in Osnabrück. Neben den Einwohnern kamen rund 22% aus dem Osnabrücker Land und 15% aus benachbarten NRW-Städten wie Münster, Rheine oder Bielefeld. Ebenso vielfältig wie die Passanten waren auch die Gründe die Innenstadt aufzusuchen. Neben dem Besuch der vielfältigen Gastronomie wollten sie shoppen gehen oder kleinere Besorgungen machen. Generell gefällt den Passanten das Shoppingangebot in Osnabrück gut. Es gibt noch Luft nach oben, aber kaum jemand beurteilte das Angebot als schlecht.

Welche Geschäfte sind beliebt – welche werden vermisst?

Weiterhin wollten die Studenten erfahren, welche Geschäfte von den Passanten bevorzugt und am meisten aufgesucht werden. Unter die Top 3 haben es hier L+T auf Platz 1, H&M auf Platz 2 und inhabergeführte Einzelhändler, wie z.B. Altensell, auf Platz 3 geschafft. Neben den großen Ketten wird also auch die Individualität der Osnabrücker Läden geschätzt. Auch wenn die Passanten überwiegend zufrieden waren, hatten doch einige Vorschläge, wie man die Stadt noch attraktiver gestalten könnte. Besonders die Jugendlichen zwischen 15-24 Jahren wünschten sich, dass die Modeketten Primark und Hollister ihre Türen in Osnabrück öffnen. Dahingegen hatten die 25-44-Jährigen und über 44-jährigen eher den Wunsch nach mehr individuellen Einzelhändlern, die sich von den großen und bekannten Ketten abheben. Viele äußerten den Wunsch nach einem Einkaufszentrum – das Neumarkt-Center kann also kommen.
Alle Altersklassen plädierten für mehr Vielfalt. Vielleicht fände dann auch die Modekette „New Yorker“ wieder einen Platz in Osnabrück. Sie wird von einigen ebenfalls schmerzlich vermisst …

Was bringt der Online-Handel und wer kennt die Stadtquartiere?

Den boomenden Online-Handel empfanden die Befragten vor allem als Ergänzung des stationären Einzelhandels. Klare Vorteile für das Online-Shopping sahen sie in dem größerem Angebot und den teilweise günstigeren Angeboten. Insgesamt fanden Männer das Online-Shopping attraktiver, wohingegen Frauen das Shopping-Erlebnis in den Geschäften bevorzugten.
Die vielfältigen und unterschiedlichen Einkaufsquartiere (Altstadt, Haseviertel, Kamp-Promenade etc.) waren längst nicht allen Befragten bekannt und sollten durch gezielte Wegweiser oder die Homepage der Stadt Osnabrück besser kommuniziert werden. Viele wünschten sich auch eine Vereinheitlichung der Öffnungszeiten, da einige Läden bereits um 19.00 Uhr schließen, während andere noch eine Stunde länger geöffnet sind.

Was sagt das neue Handelsbarometer?

Im Rahmen des Projekts arbeiteten die Studenten unter anderem mit der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim zusammen, die mit der Osnabrück – Marketing und Tourismus GmbH und dem Osnabrücker City-Marketing das jährliche Handelsbarometer erarbeitet. Die Daten für 2013 werden im März 2014 veröffentlicht.
Hier eine kleine Vorschau auf die neuesten Erhebungen: Durch Passantenfrequenzen kann Osnabrück mit umliegenden Städten verglichen werden. Gemessen wird die reine Zahl der Menschen, die einen vorher festgelegten Bereich durchqueren. An einem Samstag im Jahr 2013 befanden sich 3.915 Personen in der Großen Straße. Im Vergleich zum Vorjahr waren das über 1.000 Personen weniger. In den Jahren 2004-2013 wurden im Schnitt sogar 6.229 Personen gezählt. Nur Münster, Hannover und Bielefeld konnten dies toppen. Die benachbarten Straßen und Plätze verzeichneten allerdings einen deutlichen Zuwachs – vor allem die Hasestraße und der Nikolaiort. Im Gegensatz zum Jahr 2012 stieg die Kaufkraft pro Einwohner von 5.373 € auf 5.442 €*. Der Umsatz pro Einwohner lag 2013 bei 7.045 €.

* Die neuen Bevölkerungswerte für die Stadt Osnabrück (Zensus Mai 2013) sind in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt!

Das Team

12 Studierende der Hochschule Osnabrück bildeten im Wintersemester 2013/14 das Team „New Market Passengers“. Im Rahmen eines BWL-Projekts untersuchten sie die Shopping-Situation in Osnabrück und arbeiteten in der Redaktion von „Osnabrücker Wissen“ mit.

Ausgabe 6, 1/2014 | Autor: Maren Koppius

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Innenstadt Osnabrück © OMT
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