Wo fliegt man am höchsten?

Eigentlich war der Wallenhorster Jens Mehring, Geschäftsführer von EventAttraktion.de, nur auf der Suche nach einem Highlight für sein Unternehmen. Nun ist er Besitzer der weltweit größten, transportablen Hüpfburg der Welt – der Big Mama.

Im August 2013 war Jens Mehring bei der Suche nach neuen Event-Modulen auf ebay zufällig auf die Seite der holländischen Firma „Viva Inflatables“ gestoßen. Dort entdeckte er die Big Mama, konnte jedoch zunächst seinen Augen nicht trauen. „Zuerst dachte ich, das ist eine Fotomontage“, erinnert sich Mehring. Als sich das Objekt jedoch als riesige Hüpfburg entpuppte, entschloss er sich, diese zu kaufen. Dass das erworbene Highlight gleich die größte Hüpfburg der Welt ist, sei nicht geplant gewesen: „Es ist einfach so entstanden. Manchmal braucht man halt auch Glück.“
Zuvor war die Big Mama bei „Viva Inflatables“ von einem russischen Millionär in Auftrag gegeben worden, der sich die weltgrößte Hüpfburganlage der Welt für sein Firmenjubiläum wünschte. Nach der Feier kam die Hüpfburg noch zwei Mal auf Kindergeburtstagen zum Einsatz – dann wollte sie der russische Millionär nicht mehr. Jens Mehring nutzte seine Chance: „Nach einer ersten Anfrage habe ich sie innerhalb von 24 Stunden gekauft und nach einer Woche in Holland abgeholt.“

Wie und wann wird Big Mama aufgebaut?

Der Transport nach Deutschland verlief reibungslos. Da der holländische Hersteller mehrmals darauf hinwies, dass die Hüpfburg wirklich groß sei, ging Jens Mehring mit einem LKW inklusive Anhänger auf Nummer sicher.

Erfreulicherweise konnte so das 40 mal 20 Meter große Spielparadies, das insgesamt auf ein Gewicht von 4 Tonnen kommt, nach Deutschland gebracht werden. Die 800 Quadratmeter große Spielfläche ist zudem mit 8 Metern doppelt so hoch wie eine normale Burg und kann 300 Kinderherzen auf einmal hüpfen lassen.
Jedoch braucht man für den Aufbau einen Arbeitstag, einen Radlader, mindestens fünf Personen und einen 63 Ampere-Stromanschluss. Der Aufbau und die Betreuung der Big Mama sind sehr aufwendig, daher soll sie auch ein seltenes Highlight bleiben. Dennoch kommt die Hüpfburg auch in diesem Jahr, am 6. September 2015, beim Kinder- und Familienfest der Bürgerstiftung Wallenhorst mit  ihren Tunneln, Rutschen und Klettereinheiten zum Einsatz. Im Jahr 2014 hatte Big Mama dort ihren ersten Auftritt – mit 16.500 Besuchern an nur einem Tag.
Auch, wenn die Big Mama laut schriftlicher Bestätigung des „Guinness-Buchs der Rekorde“ schon jetzt die größte Hüpfburg der Welt ist, plant Mehring in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Erweiterung. Da Big Mama aus fünf Einzelmodulen besteht, ist die Dschungellandschaft ausbaufähig. „Wir haben schon mit dem Hersteller gesprochen, das ist alles kein Problem“, so Jens Mehring.

Luftburg oder Hüpfburg?

Die Hüpfburg hat ihren Ursprung in der „Luftburg“, die 1977 von der Österreicherin Elisabeth Kolarik erfunden wurde. Diese wollte eine aufblasbare Spielwiese, die im Kinderzimmer ihrer Tochter Marianne aufgestellt werden konnte, entwickeln. Der englische Hersteller, bei dem die Entwurfspläne in Auftrag gegeben worden waren, verwechselte jedoch die Maßangaben, wodurch die Burg aus Heißluftballonstoff 2,54 Mal so groß geriet wie beabsichtigt. Die Burg konnte nur im Freien verwendet werden.
Elisabeth Kolarik entschied sich daraufhin, weitere Burgen zu entwickeln und diese zu vermieten oder zu verkaufen. Der Name „Luftburg“ ist markenrechtlich geschützt, wodurch Konkurrenzprodukte üblicherweise die Bezeichnung „Hüpfburg“ erhalten.

Ausgabe 10, 2/2015 | Autor: Lisann Maahs

Bildnachweise

Bilder © Jens Mehring