Was passiert mit Fehlwürfen?

Auch die Osnabrücker haben die Trennung von Altpapier, Bio- und Restmüll noch nicht perfektioniert. Immer wieder landen Kunststoffverpackungen in der Biotonne oder Bioabfall in der Restmülltonne. Diese „Fehlwürfe“ verhindern das Recycling und müssen unter hohem Zeit- und Kostenaufwand wieder aussortiert werden.

Der Biomüll wird alle zwei Wochen von der Müllabfuhr abgeholt und zur Kompostierungsgesellschaft Region Osnabrück mbH (K.R.O.) gebracht. Dort verarbeitet man die Inhalte der Biotonne zu hochwertigem Kompost. Fehlwürfe wie zum Beispiel Plastiktüten oder Pappe werden vom Sortierpersonal per Hand aus dem Biomüll entfernt. Kunststoffe und andere nicht kompostierbare Abfälle kommen – mit Ausnahme von Metall und Glas – zu einer Trockenstabilat-Anlage, um als Ersatzbrennstoffe zu dienen. Die Metalle gehen zur Metallverwertung, Steine und Glas werden zum Bauschutt-Aufbereiter transportiert.
Altpapier wird ebenfalls alle zwei Wochen zusammen mit dem Restmüll von der Müllabfuhr eingesammelt. In der Sortieranlage der Firma Tönsmeier in Osnabrück wird das Papier behandelt und per Hand sortiert. Dabei suchen die Mitarbeiter alle Kartons und Pappstücke heraus. Das reine Papier wird nach dem Sortierverfahren zu Ballen gepresst und anschließend als Rohstoff zu den Papierfabriken gebracht. Die aussortierten Fehlwürfe wie zum Beispiel Büroklammern, Klebebänder und Tapeten kommen in die Trockenstabilat-Anlage. Dort endet auch der Restmüll – allerdings ohne Sortierungsverfahren.

Wie funktioniert die Trockenstabilat-Anlage?

Die Trockenstabilat-Anlage des Herhof Recyling Center Osnabrück ist ein mechanisch-biologisches Abfallbehandlungsverfahren. Es dient dem Ziel, qualitativ hochwertigen Sekundärbrennstoff herzustellen und eine hohe Recyclingrate zu gewährleisten. Der Restmüll, der als einziger Abfall gleich zur Trockenstabilat-Anlage kommt, wird im ersten Schritt von groben Stör- und Schadstoffen befreit, zerkleinert und über ein Kranfördersystem in Boxen transportiert. Hier wird dem Abfall in einer sechs- bis siebentägigen biologischen Trocknung das Wasser entzogen, denn nasser Müll kann in der Anlage nicht weiterverarbeitet werden. Am Ende liegt der Wassergehalt deutlich unter 15 Prozent. Mit Hilfe eines vollautomatischen Systems werden die Abfälle schließlich vollständig getrennt. Holz, Kunststoffe, Papier, Textilien und andere organische Abfälle verwandeln sich in das so genannte Trockenstabilat, das zum Beispiel zur Energieproduktion eingesetzt wird.
Der gesamte Materialfluss innerhalb der Anlage läuft über automatische Transportsysteme. Durch die Entstaubung und Reinigung der entstehenden Abluft entspricht das TrockenstabilatVerfahren strengen Umweltrichtlinien und gewährleistet eine nahezu vollständige Wiederverwertung unseres Mülls.
Auch wenn er von uns einmal nicht richtig in die verschiedenen Tonnen sortiert wurde.

Was gehört nicht in den normalen Hausmüll?

Bei der Müllentsorgung muss man darauf achten, dass der Restmüll keine gefährlichen Stoffe enthält, da diese unsere Umwelt enorm belasten. Nicht in den Restmüll gehören daher Sondermüll und Wertstoffe sowie Schadstoffe und Elektroschrott. Wer es ganz genau wissen möchte findet eine ausführliche Sortieranleitung auf der Internetseite der Osnabrücker ServiceBetriebe.

Ausgabe 5, 4/2013 | Autor: Nhung Nguyen

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Herhof Recyling Center Osnabrück © Roland Elmenhorst; Recycling © lordalea – Fotolia.com