Wer reinigt täglich 35.000 Kilo Wäsche?

Als eines der erfolgreichsten Osnabrücker Familienunternehmen von Eduard und Maria Glosemeyer 1954 in Voxtrup gegründet wurde, befand sich ihre Wäscherei noch in einem umgebauten Schuppen. Die Waschmaschinen wurden mit Kohle beheizt und die Wäschestücke mit dem Fahrrad ausgeliefert. Seit 1988 befindet sich das Unternehmen an der Südstraße in Osnabrück.

In Hygienefachbetrieben ist es üblich und notwendig, Schmutzwäsche von der sauberen Wäsche räumlich zu trennen. Aus diesem Grund befindet sich in der Wäscherei eine „Schmutzseite“ und eine „saubere Seite“. Die sogenannten Durchlademaschinen können auf der einen Seite schmutzig beladen werden – auf der anderen Seite kommt die saubere Wäsche wieder raus. Zudem erledigen „Waschstraßen“ mit mehreren aneinandergebauten Maschinen die Vorwäsche, Klarwäsche und das anschließende Spülen.

Was passt in Osnabrücks größte Waschmaschine?

Im Textil-Service Glosemeyer gibt es heute keine haushaltsüblichen Waschmaschinen mehr. Die kleinste Maschine ist für immerhin 30 Kilo Wäsche ausgelegt, die größte lässt sich sogar mit 200 Kilo beladen. In der Waschstraße, die mit 1.200 kg beladen wird, passiert der Waschgang automatisch, sodass alle zwei Minuten 75 kg Wäsche nachgeladen werden. Die Waschstraße ist 18 Meter lang, hat einen Durchmesser von 2,50 Metern und umfasst 16 einzelne Kammern. Glosemeyer verwendet ein spezielles Waschmittel, das keine Zusatzstoffe enthält, weil diese erst bei Bedarf separat zugegeben werden. Das Unternehmen gebraucht pro Kilogramm Wäsche 4,5 – 6 Gramm Waschmittel. In Relation zur Haushaltswäsche ist dies allerdings wenig, denn eine übliche Maschine braucht ungefähr 20 Gramm.
Auch beim Wasserverbrauch ist die Großwäscherei nachhaltiger: Bei Glosemeyer werden drei bis fünf Liter Wasser pro Kilo Wäsche, in einer Haushaltsmaschine 15 bis 20 Liter pro Kilo Wäsche benötigt.

Warum brauchen Wäschestücke Barcodes?

Glosemeyer reinigt rund 35.000 Kilo Wäsche am Tag – für ca. 700 Kunden aus allen Bereichen. „Überall und in jedem Bereich des Lebens gibt es Wäsche“, sagt Burkhard Glosemeyer und verweist auf Hotels, Krankenhäuser, Fleischereien, Apotheken, Autowerkstätten, Gaststätten, Altenheime, Rettungssanitäter, Straßenbauer oder Steinmetze. Das Unternehmen arbeitet mit sogenannter „Leasingwäsche“. Ungefähr 90% der Wäsche ist hauseigen und wird an die Kunden verliehen. Damit es zu keinen Verwechslungen kommt, ist die Mietwäsche mit einem Transponder bzw. Barcode versehen. Bettwäsche, Tischdecken oder Servietten kommen vom Kunden zurück – im direkten Austausch werden neue Stücke angeliefert. Jeder Kunde wird aus einem Wäschepool bedient, um den schnellstmöglichen Wechsel, aber auch Anpassungen und Reparaturen zu ermöglichen. So verlassen jeden Tag über 100.000 einzelne Wäschestücke das Haus. Das bedeutet: Saubere Wäsche wird gebracht, schmutzige Wäsche wird abgeholt. Anhand der Barcodes kann erkannt werden, wann die Wäsche in welchem Zustand ein-, beziehungsweise ausgeliefert wurde. Auch Privatwäsche, beispielsweise aus Seniorenheimen, wird lückenlos kontrolliert. Jede einzelne Socke, Jacke, Hose etc. erhält ihren eigenen Code.

Ausgabe 13, 1/2016 | Autor: Farina Wilmes

Bildnachweise

Produktion Wäscherei,  ©Farina Wilmes // Gebäude und Laken ©Glosemeyer Textil-Service