Wen ließ der Osnabrücker Beifall kalt?

Clara Schumann (1819-1896) galt als eine der größten Pianistinnen des 19. Jahrhunderts und war zu Lebzeiten vielerorts populärer als ihr nicht unumstrittener Gatte Robert.

Im Januar 1861 wollten sich auch die Osnabrücker von den Fähigkeiten der gefeierten Künstlerin überzeugen.
Clara Schumann gastierte im Rahmen einer kleinen Tournee, die sie auch nach Hamburg und Detmold führte, im Saal des „Großen Club“ und feierte hier einen durchschlagenden Erfolg.

Ihre Gastgeberin berichtete später, die Osnabrücker seien „ganz gegen ihre Gewohnheit noch nachträglich in lauter Enthusiasmus aus(gebrochen), wenn von Ihnen, liebste Frau, die Rede ist. Sie haben es, wenn auch erst dunkel, gefühlt, dass sie in höheres Gebiet gezogen sind, wohin bisher sie Niemand zu leiten verstand.“

Die weitgereiste Pianistin, deren Konterfei sehr viel später übrigens den letzten 100-DM-Schein zierte, war von ihrem Besuch in der Hasestadt weniger begeistert. Sie notierte in ihrem Tagebuch: „Auf welche Unbildung stieß ich hier. Hier scheint der Musikzustand noch sehr in der Kindheit.“

Ausgabe 5, 4/2013 | Autor: Thorsten Stegemann

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Clara © Franz Hanfstaengl; Noten © db238 – Fotolia.com; Klavier © Arkady Chubykin – Fotolia.com