Wie hoch ist der Bueraner Bleistift?

Schon vor gut 1.000 Jahren soll in Buer eine Holzkirche gestanden haben, die später durch ein steinernes Gotteshaus ersetzt wurde.

Von 1852 bis 55 errichtete der Osnabrücker Stadtbaumeister Wilhelm Richard hier eine neuromanische Kirchenburg, die dem Stadtteil von Melle ein weithin sichtbares Wahrzeichen bescherte. Den 56 Meter hohen Turm, der die historische Kirchhofsburg und das „Osnabrücker Tor“ überragt, taufte der Volksmund „Bueraner Bleistift“. Er ist allerdings nicht die einzige Sehenswürdigkeit der evangelischen St. Martinikirche.

Der Innenraum, der rund 1.000 Besuchern Platz bietet, wird durch zahlreiche Rundbögen geprägt, mit denen Wilhelm Richard auch viele Bauten in Osnabrück, etwa das Königliche Realgymnasium an der Lotter Straße (heute Altstädter Grundschule), schmückte. Neben dem schlichten, aber eindrucksvollen Altarraum und einer sieben Meter hohen Kanzel findet sich in der Martinikirche eine rund 500 Jahre alte, holzgeschnitzte Christusfigur, die aus der Werkstatt des „Osnabrücker Meisters“ stammt.

Ausgabe 14, 2/2016 | Autor: Thorsten Stegemann

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