Wie schön ist Osnabrücker Licht?

Der Osnabrücker Fotograf Oliver Schratz liebt die Langzeitbelichtung. Denn durch sie entstehen spannende Effekte, die seine Motive in ein ganz besonderes, fast zauberhaftes Licht rücken. „Osnabrücker Wissen“ sprach mit ihm über seine Fotografie und was alles dazu gehört.

Bereits in jungen Jahren zog die Fotografie Oliver Schratz in ihren Bann. Seine ersten Versuche startete er mit einer Systemkamera im Bereich der Unterwasserfotografie. Im Jahr 2011 stieg er dann auf eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) um, besuchte einen Foto-Workshop, der das Thema Langzeitbelichtung behandelte und unternahm mehrere Fotoreisen – so nahm alles seinen Lauf. Von Anfang an setzte Oliver vor allem auf Landschaftsmotive. „Ich bin immer aufs Neue fasziniert von der Schönheit der Landschaft, deshalb möchte ich diese auf interessante Weise ablichten“, sagt er. Um solche Motive in Szene zu setzen, ist das Stilmittel der Langzeitbelichtung ideal geeignet, da die Landschaft immer in Bewegung ist. Wenn Oliver fotografiert, muss sich „etwas Besonderes daraus machen lassen“ – durch eine spezielle Perspektive oder das außergewöhnliche Sujet – etwa das Lichterspiel vor dem Osnabrücker Bahnhof. „In Osnabrück finden sich viele interessante Motive.

Die Stadt ist nicht zugebaut, bietet eine wunderschöne Innenstadt mit toller Altstadt und ist trotzdem ländlich“, schwärmt Oliver Schratz. Außerdem finden sich in der Stadt viele interessant beleuchtete Gebäude und zur Weih- nachtszeit werden die Geschäfte zu einer wahren „Lichterfreude“ für den Langzeitfotografen. Bei seinen Fotostreifzügen durch Stadt und Land arbeitet er meist allein oder mit Freunden. Wetter und Tageszeit sind eigentlich egal, Wolken sind von Vorteil, aber trocken sollte es sein und in der Dämmerung ist das Licht am schönsten. Fotografie ist ein vergleichsweise kostspieliges Hobby. Auch Oliver Schratz hat mit der Zeit die Technik immer weiter aufgestockt und an seine speziellen Bedürfnisse angepasst. Er arbeitet mit einer Nikon D800E, verschiedenen Zoomobjektiven und immer mit einem Stativ, auf das man bei der Langzeitbelichtung in keinem Fall verzichten kann. Um Verwacklungen zu vermeiden nutzt er die Spiegelvorauslösung oder den Fernauslöser.

Für die besonderen Kontraste in seinen Bildern sorgen verschiedene Grauverlaufsfilter sowie ein Polarisationsfilter. „Dadurch kommen die Bilder oft schon nahezu perfekt aus der Kamera und eine Nachbearbeitung in Lightroom erfolgt nur noch für den Feinschliff“, erklärt er. Seit Anfang 2012 nimmt die Arbeit als Fotograf neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als gelernter Augenoptiker immer professionellere Formen an. Er gründete das Projekt blendeneffekte.de, über das er seine Arbeiten einem stetig wachsenden Kundenkreis anbietet. Au- ßerdem führt Oliver Foto-Workshops zum Thema Nachtfotografie/ Langzeitbelichtung durch, die sich sowohl an Einsteiger wie Fortgeschrittene wenden. Jedem, der diese Technik einmal selbst ausprobieren möchte, rät er: „Immer ein Stativ, nachts eine Lampe und gute Laune im Gepäck – dann gelingt bestimmt ein tolles Foto.“

Wer steht hinter der Kamera?

Oliver Schratz ist gebürtiger Osnabrücker und wohnt in Bissendorf. Obwohl die Fotografie schon von Jugendtagen an zu seinen Hobbys zählte, wurde er gelernter Augenoptiker und arbeitet seit über 20 Jahren im augenoptischen Vertrieb.

Ausgabe 5, 4/2013 | Autor: Franziska Ring

Bildnachweise

Bilder © Oliver Schratz