Alkohol für einen guten Zweck?

Das Hobby mit einem guten Zweck verbinden: dieses Konzept verfolgt die Gesmolder Braugemeinschaft im Landkreis Osnabrück. Die Hobbybierbrauer wollen durch ihre Einnahmen Bedürftige unterstützen.

Alles begann am 21. Februar 2012, als die Gesmolder Braugemeinschaft mit dem Ursprungsgedanken der Gemeinnützigkeit gegründet wurde. Die 17 Mitglieder wollten als Hobbybierbrauer Geld für die Suppenküche in Afrika erwirtschaften. Doch ganz so leicht, wie sie es sich vorgestellt hatten, war die Sache dann doch nicht. Zuerst mussten die Aktivisten beim Zollamt anmelden, dass sie überhaupt Bier brauen wollten. Keine einfache Sache in Norddeutschland, denn hier werden nur eingetragene Vereine als Hausbrauergemeinschaften anerkannt. So entstand der „Gesmolder Braugemeinschaft e.V.“, der seit Anfang 2013 eingetragen ist. Das Finanzamt bestätigte die Gemeinnützigkeit des Vereins, der seine Gewinne nun für Institutionen im Inland, die auch einen wohltätigen Verwendungsnachweis steuerrechtlich erbringen können, spenden darf.

Bier brauen im Einkochtopf?

Als Brauhaus bot sich der alte Schweinestall auf dem Hof Niederwestberg in Westberghöfen an. Er wurde von den Mitgliedern umgebaut und mit Kühl- und Vorratsraum, einer Sitzecke zur Verkostung und einer kleinen Produktionsstätte ausgerüstet. Die Gesmolder stellen drei verschiedene Biersorten in haushaltsüblichen Einkochtöpfen her: Pils, dunkles Landbier und helles Weizen. Für den Brauvorgang benötigt man ca. einen Tag und kann in dieser Zeit gut 100 Liter Bier produzieren. Da ohne chemische Zusätze gebraut wird, muss das Bier nach der Herstellung jedoch noch mindestens drei Monate in der Flasche gären, bis es getrunken werden kann. Inzwischen haben die Brauer auch die Genehmigung das Bier zu verkaufen. Das ist jedoch nicht Sinn und Zweck des Vereins, der keine kommerziellen Interessen verfolgt, sondern den Bürgen die Vielfalt des Lebensmittels Bier und die Braukunst nahebringen möchte. Werden Gewinne erzielt, sollen damit Bedürftige unterstützt werden. Dazu dienen Besichtigungen des Brauhauses sowie in naher Zukunft auch eigene Braukurse.

Wer bekommt das Geld?

So generiert die Braugemeinschaft Einnahmen, die zur Finanzierung der Rohstoffe und Energiekosten benötigt werden. Am Jahresende entscheidet die Mitgliederversammlung dann, für welchen gemeinnützigen Zweck die Überschüsse verwendet und gespendet werden sollen. Dies kann z.B. das Deutsche Rote Kreuz für ein aktuelles Krisengebiet sein.

Ausgabe 5, 4/2013 | Autor: Miriam Grothaus

Bildnachweise

Bild © Gesmolder Braugemeinschaft