Welche Tiere haben es in Osnabrück am schwersten?

Nach Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes ist jedes zweite Tierheim in Deutschland von der Insolvenz bedroht. Trotzdem müssen die finanziell angeschlagenen Einrichtungen immer mehr Tiere aufnehmen – auch in Osnabrück.

Für das hiesige Tierheim ist der Verein „Tierschutz Osnabrück und Umgebung e.V.“ verantwortlich. Er wurde 1875 gegründet, „um dem vielfältigen Missbrauch von Tieren direkt und indirekt entgegentreten zu können“. Heute kümmert sich der Verein um die Aufnahme und Betreuung von Fund- und herrenlosen Tieren sowie von pflegebedürftigen Wildtieren.
Nach Angaben der Leiterin Martina Rüthers werden 99% der abgegebenen Tiere gefunden. Dabei handelt es sich vor allem um Katzen, die anschließend nur schwer vermittelt werden können.

Die Anzahl der Fundtiere hat mittlerweile dramatische Ausmaße erreicht, denn Tiere werden nicht mehr nur im Frühjahr und Sommer, sondern während des gesamten Jahres ausgesetzt, gefunden und abgegeben. Rund 1.400 sind es pro Jahr im Tierheim Osnabrück, das Tiere aus der Stadt, dem gesamten Landkreis und der weiteren Umgebung aufnimmt und betreut.
Dies macht sich auch bei der Auslastung der Auffangstätten bemerkbar. Das Tierheim gliedert sich in mehrere Bereiche: die Außenanlage, das Hundehaus, das Katzenhaus, eine Quarantänestation und einen separaten Bereich für Kleintiere.

Von Zeit zu Zeit haben die Mitarbeiter auch mit außergewöhnlichen Fällen zu tun, wie zum Beispiel Anfang des Jahres 2015, als ein ausgewachsenes Schwein abgegeben oder im Mai 2015, als im Stadtgebiet eine Bartagame gefunden wurde. Die vorherigen Besitzer haben übrigens bis zu einem halben Jahr Zeit, ihr Tier wieder abzuholen. Wer es vorsätzlich ausgesetzt hat, wird diese Frist aber natürlich verstreichen lassen.

Ausgabe 11, 3/2015 | Autor: Sebastian Schubert

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Kätzchen  © emmi, Fotolia.com