Wer schläft auf fremden Sofas?

Einen privaten Schlafplatz anbieten oder die Übernachtungsmöglichkeiten von anderen Privatpersonen nutzen: so einfach funktioniert Couchsurfing. Der Trend aus Amerika erfreut sich auch bei Osnabrückern großer Beliebtheit.

Andere Städte, Länder und Kulturen kennenlernen und den eigenen Geldbeutel schonen – davon träumen vor allem (aber nicht nur) Jugendliche und Studenten. Beim Couchsurfing funktioniert das, denn hier werden ausschließlich Unterkünft e von Privatpersonen angeboten. „Es geht aber nicht darum, irgendwo eine Nacht umsonst zu schlafen, sondern um Erfahrungen mit anderen Menschen“, so Maria, eine 26-jährige Couchsurferin aus Osnabrück.

Wo vernetzen sich Couchsurfer?

Die Plattform www.couchsurfing.org realisiert den Kontakt zwischen Couchsurfern weltweit. Die Anmeldung erfolgt einfach und kostenlos. Anschließend können Nutzer einen Schlafplatz suchen (Surfer) oder anbieten (Host). „Das Ganze funktioniert nicht kommerziell und ist auf langanhaltende Freundschaft en ausgelegt“, erzählt der 26-jährige Osnabrücker Simon. Insgesamt nutzen das Onlineportal mittlerweile etwa 5,5 Millionen Menschen aus über 250 Ländern. Nach den USA kommen die meisten Couchsurfer aus Deutschland. In Osnabrück wird das Angebot von rund 2.000 Usern in Anspruch genommen.

Wo trifft man gesellige Gastgeber?

Zwei der User aus Osnabrück sind Maria, die schon mehrere Jahre couchsurft , und Simon, der erst seit 2013 angemeldet ist. Maria bietet zwar selbst keinen Schlafplatz an, reist aber durch die ganze Welt. Sie hat schon auf Sofas in
Argentinien oder China geschlafen. Mit vielen Hosts, die sie kennengelernt hat, ist die Osnabrücker Studentin noch immer befreundet. Dass nicht alle Erlebnisse positiv in Erinnerung bleiben, gilt allerdings auch in diesem Fall: „Ich habe mal in einem echten Drecksloch geschlafen. Es stank ganz fürchterlich und der Geruch sitzt mir bis heute in der Nase.“ Simon weiß trotz der kurzen Mitgliedszeit ebenfalls, dass man immer mit Überraschungen rechnen muss. „In Hiroshima habe ich bei einem Host gesurft , der den gesamten unteren Stock seines Apartments zum Surfen zur Verfügung gestellt hat. Er selber war unbeschreiblich gesellig und so hat man innerhalb von zwei Nächten dort 19 neue Leute kennengelernt.“ Ihn hat diese Situation so beeindruckt, dass er nun sein Sofa in Osnbrück zur Verfügung stellt.

Couchsurfer im Grünen Jäger

Um andere Couchsurfer in Osnabrück kennenzulernen, wird einmal im Monat ein Treffen im Grünen Jäger angeboten. Jeder kann daran teilnehmen, ab und zu werden Gesellschaftsspiele mitgebracht und zur Weihnachtszeit wird gewichtelt. Die Termine gibt es immer zeitnah auf: http://www.couchsurfing.org

Ausgabe 6, 1/2014 | Autor: Eva Specker

Bildnachweise

Bild Frau auf Sofa © Mikhail Lavrenov – 123rf.com