Wo lebt eine der Größten Kolpingfamilien Deutschlands?

Unter dem Dach des Kolpingwerkes sind in Deutschland 2.700 Kolpingfamilien zusammengefasst. Zu ihnen gehören rund 275.000 Mitglieder. Im Schnitt hat also jede Kolpingfamilie etwa 100 Mitglieder – doch in einem Ortsteil von Wallenhorst sind es deutlich mehr.

Die Kolpingfamilie Hollage zählt zurzeit rund 750 Mitglieder. „Wir sind ein generationsübergreifender Verband mit vielen Familienkreisen und zeichnen uns durch ein sehr ansprechendes Programm von der Mitarbeit in der örtlichen Kirche über Bildungs- bis Freizeitveranstaltungen aus“, erklärt Hubert Wächter, stellvertretender Vorstand der Kolpingfamilie Hollage. Besonders außergewöhnlich ist die Altersstruktur. Während bei anderen Kolpingfamilien oft nur die älteren Mitglieder einer Gemeinde angesprochen werden, sind in Hollage auch viele junge Familien aktiv. „Bei meiner letzten Neuaufnahme wurde als wichtiger Grund zum Beitritt der Kontakt mit Freunden, die bereits im Kolping sind, genannt“, so Hubert Wächter.
Die Hollager Familie wurde im Dezember 1946 gegründet, ein maßgeblicher Initiator war der damalige Pastor Karl Schulte. Bis heute gehören kirchliche Veranstaltungen zum wichtigsten Aufgabenbereich. So bereitet der Kolping Messen und Andachten vor, nimmt an Friedenswanderungen teil und hilft bei der Organisation des örtlichen Pfarrfestes oder Osterfeuers.

Wer spielt Wikinger-Schach?

Neben den religiösen Aktivitäten gibt es ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm: Seniorengruppen treffen sich zum gemeinsamen Frühstück und diskutieren mit Referenten über gesellschaftspolitische Themen; der Kolping-Karneval-Club absolviert viele Auftritte – auch in der Karnevalshochburg Köln; junge Familien verabreden sich zum Wasserskifahren am Alfsee und viele helfende Hände fassen beim Hollager Pfarrfest jährlich mit an.
Seit 2014 gibt es auch noch das Kubb-Turnier. Bei diesem „Wikinger-Schach“ treten zwei Mannschaften gegeneinander an. Sie versuchen, die Holzklötze (Kubbs) des Gegners und zum Schluss den König umzuwerfen. Nach dem großen Erfolg der ersten Veranstaltung wird das Turnier nun jährlich ausgetragen.
„Unsere größte Aktion ist aber sicherlich immer noch unser Oktoberfest“, sagt Hubert Wächter. Das Event ist weit über die kleine Gemeinde hinaus bekannt und zieht jährlich ca. 7.000 Besucher an. Das „Hollager Oktoberfest“ wird ausschließlich ehrenamtlich von Mitgliedern des Kolpings organisiert.

Wer spendet eine Kuh für Russland?

Neben den regionalen Aktionen zeichnet sich der Hollager Kolping durch die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen aus. So nehmen regelmäßig 150 Mitglieder an selbstorganisierten Tagesausflügen und verschiedenen Fahrten wie internationale Kolpingsfriedenswanderungen in Litauen und Rumänien, Kolpingtagen oder Reisen nach Rom zu Seligsprechungen teil. Dazu kommt noch die Unterstützung von sozialen Projekten: In Kroatien wird durch die Hilfe der Hollager in ehemaligen Kriegsgebieten eine Kirche wieder aufgebaut. Für ein russisches Dorf wird mit der Aktion „Eine Kuh für Russland“ der Wert einer Kuh gespendet, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, d.h. einzelnen Menschen und Familien die Lebensgrundlagen zu sichern und eine eigene Existenz aufzubauen.
Das außergewöhnlich breite Programm ist sicher ein wesentlicher Grund für die Größe der Hollager Familie, die sich einiges einfallen lässt, um möglichst viele Generationen im Kolping zu halten.

Weitere Informationen: www.kolping-hollage.de

Ausgabe 12, 4/2015 | Autor: Daniel Theusner
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Bilder: © Hubert Wächter