Biber zurück im Osnabrücker Land?

Mit einer Körperlänge von bis zu 130 cm ist der Biber das größte Nagetier Europas. Seit etwa 150 Jahren galt er in Deutschland als ausgerottet. Die Gründe hierfür liegen vor allem in der gezielten Jagd und der europaweiten Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes.

Seine Verfolgung gründete unter anderem in der Gewinnung von „Bibergeil“ (Sekret für Parfümherstellung) und Biberfell. Außerdem galt er als Nahrungskonkurrent und war in früheren Zeiten eine begehrte Fastenspeise. Heute ist der Biber wieder in allen Bundesländern heimisch. Diese Tatsache wurde vor allem durch gezieltes Aussetzen und direkte Wanderbewegungen der Tiere selbst erreicht. So wurden speziell in Niedersachsen im Oktober 1990 im Rahmen eines Projektes der Universität Osnabrück die ersten Biber an der Hase, in der Nähe von Haselünne, wieder angesiedelt. Dieser anfängliche Bestand hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre von ursprünglich acht ausgesetzten Tieren auf nunmehr fast 200 Tiere ausgeweitet.
Die Anwesenheit dieser vor allem nachtaktiven Nager nachzuweisen ist kein ganz so leichtes Unterfangen. So kann man frische Fraßspuren an Bäumen nur während einer kurzen Zeit im Jahr sehen. Diese stammen fast ausschließlich von jungen Bibern.

Bei Bibern ist es üblich, dass sich die Jungtiere etwa ab dem 3. Lebensjahr von ihrer Familie trennen und sich ein eigenes Revier suchen. Sie errichten an den Uferbereichen von Gewässern ihre „Biberburgen“, deren Eingänge stets unterhalb der Wasseroberfläche liegen.
Um weitere Nachweise für die Anwesenheit von Bibern zu erhalten, werden sogenannte Fotofallen an geeigneten Standorten installiert. Mithilfe dieser Einrichtung konnte 2015 der erste Biber im nördlichen Landkreis Osnabrück gesichtet werden. Nicht immer sind die Beweise so eindeutig. So kann es in manchen Fällen zu Verwechslungen zwischen Biber und Biberratte, auch Nutria genannt, kommen.

Der Biber ist zurück

Immer mehr Wildtiere erobern sich ihren ursprünglichen Lebensraum in Deutschland wieder zurück. Aus diesem Grund zeigt das Museum am Schölerberg ein Präparat des Europäischen Bibers. Es stammt von einem in Brandenburg bei einem
Verkehrsunfall verunglückten Tier. Die Biber-Vitrine ist von Juni bis August im Museum am Schölerberg zu sehen.

Ausgabe 14, 2/2016 | Autor: Lisa Mammitzsch und Norbert Niedernostheide

Bildnachweise

Bild angenagter Stamm, Biber in Fotofalle © Biologische Station Haseniederung / Biber Präparat © Museum am Schölerberg