Können 2,1 km² eine ganze Region schützen?

Die Region rund um Osnabrück blieb von den letzten Hochwassern weitestgehend verschont. Dass ein vermeintlich kleiner Fluss wie die Hase eine Bedrohung darstellt, ist für viele ohnehin unvorstellbar.

Vor der Fertigstellung des Alfsees im Jahr 1989 war es für die Menschen in der Region jedoch Realität, dass der Fluss über die Ufer stieg und Häuser, Gärten oder Acker überflutete. Dies betraf vor allem die Ortschaften Bersenbrück, Badbergen und Quakenbrück im nördlichen Landkreis Osnabrück sowie Essen (Oldb.) im Landkreis Cloppenburg. Erst der Bau einer Umleitung, mündend im Hochwasserrückhaltebecken Alfhausen-Rieste (HWR A-R) des Alfsees, verschaffte Abhilfe und konnte so die Region vor dem möglichen Hochwasser schützen. „Aus der Hochwasserwelle in der Hase wird über das Verteilerbauwerk in Sögeln ein Teil des Wassers aus dem Fluss entnommen und im Hauptbecken ´geparkt´. Nachdem die Pegelstände wieder gesunken sind, wird das gestaute Wasser kontrolliert wieder in die Hase abgegeben“, erklärt Ralf Jaspers vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

Ist der Hochwasserschutz durch das Naherholungsgebiet gefährdet?

Vor allem durch die Wasserskianlage und den prämierten Campingplatz hat der Alfsee in den vergangenen Jahren immer mehr an Popularität gewonnen, aber auch bei Radfahrern und Spaziergängern ist das Gebiet beliebt. Ralf Jaspers weiß jedoch, dass „weder aherholung, noch Tourismus oder das Naturschutzgebiet einen negativen Einfluss auf das Rückhaltebecken haben.“

Der See kann also für einen Spaziergang oder auch eine Radtour genutzt werden, ohne dass dies die Funktion der Deiche beeinflusst.Jaspers stellt aber auch klar, dass im Fall eines Hochwassers Freizeitinteressen zurückstehen müssen. Zu einem sogenannten Vollstau sei es lediglich einmal, im Jahr 1998, gekommen. Naturliebhaber müssen also nicht befürchten, dass es im Naherholungsgebiet zu dauerhaften Einschränkungen kommt.

Schutz für den Hochwasserschutz?

Mit einer Wasseroberfläche von 2,1 km² im Hauptbecken, einer Fläche von 1,23 km² im Reservebecken und einem Speicherraum von insgesamt 21 Millionen m³ Wasser schützt der Alfsee eine ganze Region vor möglichem Hochwasser. Damit der Deich im Falle eines steigenden Pegels nicht undicht wird und somit eine Bedrohung für die umliegenden Ortschaften darstellt, wurden im Jahr 2008 Bäume rund um den Deich gefällt. Der Schwächung des Dammes durch Baumwurzeln oder durch Nester von Tieren (wie zum Beispiel Wühlmäusen) sollte dadurch vorgebeugt werden. Zudem tragen insbesondere Schafe zur Sicherung der Deiche bei, indem sie das Gras kurz halten, die Grasnarbe festtreten und düngen.

Ausgabe 15, 3/2016 | Autor: Bianca Land

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