Planetarium Osnabrück – 30 Jahre alt oder jung?

Im Oktober 1986 wurde das Planetarium auf einer Baustelle eröffnet, das Museum am Schölerberg war noch nicht fertiggestellt. 2016 wird es 30 Jahre alt – oder ist es noch jung?

1986 wurde der Sternenprojektor ZKP2 aus Jena geliefert, seinerzeit noch in der DDR. Zur Eröffnung am 2. Oktober war so neben dem Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kunst auch der Handelsrat der Ständigen Vertretung der DDR angereist. Nebenbei wurde dabei der Grundstein zur Partnerschaft mit der Stadt Greifswald gelegt. Schon damals faszinierte der künstliche Sternhimmel die Besucher unter der 8-Meter-Kuppel des „Sternentheaters“, der mit Diaprojektoren und später einem Videoprojektor für Erklärungen ergänzt wurde. Seit der Eröffnung haben rund 550.000 Besucherinnen und Besucher in 15.000 Vorführungen mehr über die Wunder des Weltalls erfahren. Ergänzt wurden die Sternvorführungen durch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte. Aber auch Live-Beobachtungen mit Teleskopen, fast immer in Kooperation mit der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück, wurden fester Bestandteil des Programms. Die Möglichkeiten im Planetarium änderten sich auch mit der Entwicklung der neuen elektronischen Medien. Neue Entdeckungen und aktuelle Forschungsergebnisse wurden grade in der Astronomie schnell und frei über das Internet veröffentlicht und konnten so – teils sogar tagesaktuell – im Planetarium präsentiert werden.

Wie fliegt man heute durch das Sonnensystem?

Doch mit zunehmender Digitalisierung und leistungsfähigeren Rechnern wurde auch der Druck größer, die Technik dem neuen Zeitalter anzupassen. Denn inzwischen haben Digitalkameras die analoge Fotografie weitestgehend ersetzt und die Diaprojektoren wurden zunehmend störanfällig. Zudem ermöglichten neue Projektionstechniken die Daten, die die modernen Großteleskope und Astronomie-Satelliten liefern, eindrucksvoll und anschaulich an der kompletten Kuppel zu visualisieren. Dank großzügiger Unterstützung durch die Osnabrücker Sparkasse konnte mit Hilfe des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück 2011 mit dem Digital Sky eine digitale Projektion mit leistungsfähigen Rechnern und wartungsfreien LED-Projektoren installiert werden. Diese ermöglichen Flüge durch das Sonnensystem, die Milchstraße und die Welt der Galaxien. Zwei Jahre später wurde dann der modernste Sternenprojektor ZKP4 aus Jena installiert. Rechnergesteuert wird dank Glasfaseroptik und LED-Lampen ein brillant heller Sternhimmel projiziert. Mit der neuen Technik gibt es auch immer wieder neue Shows zu unterschiedlichen Themen.

Einige werden in nationaler oder internationaler Kooperation mit anderen Planetarien produziert. Bei der Auswahl der Shows sind Kinder immer eine bevorzugte Zielgruppe. Für sie wird zum Planetariums-Geburtstag am 22./23. Oktober auch ein neues Programm gezeigt: „Ein Sternbild für Flappi“. Die Titelfigur Flappi ist eine kleine, neugierige Fledermaus, die von einer Sternwarte aus die Sternbilder, den Mond und die Sterne erkundet. Und für die jung gebliebenen Älteren gibt es die legendäre Show „Queen Heaven“ mit bekannten Musikstücken von Queen neu produziert. Obwohl 30 Jahre alt, bietet das Planetarium im Osnabrücker Museum am Schölerberg immer wieder Neues, bei der letztgenannten Show unter dem Motto „30 Jahre und kein bisschen
leise!“

Ausgabe 15, 3/2016 | Autor: Andreas Hänel

Bildnachweise

Bilder Planetarium © A. Hänel // Falppi ©  Angelika Grothues, Illusions Bochum // Sternenhintergrund © crimson, fotolia.de