Warum sind Tapire „lebende Fossilien“?

Rüsselartige Nase, stämmiger Körper und kurze Beine – dem gängigen Schönheitsideal entsprechen Tapire wohl nicht gerade. Man bezeichnet sie auch als „lebende Fossilien“, da ihr Körperbau sich seit rund 50 Millionen Jahren fast nicht mehr verändert hat – das beweisen verschiedene Fossilienfunde. Vor allem Gebiss und Füße sind noch sehr urtümlich. Das belegt, dass sie seit Millionen Jahren perfekt an ihren Lebensraum – den Regenwald – angepasst sind.

Zu ihren Verwandten zählen Nashörner und Pferde, daher werden sie in Südamerika auch als „Bergpferde“ bezeichnet. Zurückzuführen ist die Bezeichnung „Tapir“ übrigens auf ein Wort aus der indianischen Tupi-Sprache, was soviel wie „dick“ meint und sich auf die dicke Haut der Tiere bezieht. Diese schützt sie vor Dornen und spitzem Gestrüpp.
Insgesamt gibt es fünf verschiedene Tapirarten. Im Zoo Osnabrück sind zurzeit vier Flachlandtapire (Tapirus terrestris) zuhause: die Weibchen Olivia (24 J.), Elvira (17 J.), Elisa (12 J.) und Lola (2 J.). Sie haben kurzes spärliches Fell mit einer schwärzlich-graubraunen Färbung und hell umrandete Ohren. Bei Jungtieren ist das Fell weiß gesprenkelt, ähnlich dem von Wildschweinfrischlingen. Flachlandtapire sind die größten Landsäugetiere Südamerikas und leben dort in den tropischen Regenwäldern. Die Körper-Rumpf-Länge beträgt zwischen 176 und 215 Zentimetern, die Schulterhöhe zwischen 77 und 110 Zentimetern und sie erreichen ein Gewicht von bis zu 330 Kilogramm. Ihre Oberlippe ist mit der Nase zu einem kleinen Rüssel verbunden mit dem sie hervorragend Triebe und Blätter abpflücken können. Tapire haben 42 Zähne und fressen am liebsten Früchte, Insekten und Eier.

Besonders gut ausgebildet ist ihr Geruchssinn. Sie sind außerdem oft in Wassernähe zu finden, denn sie sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher.
Erschreckend ist: Es gibt immer weniger Tapire, denn ihr Lebensraum wird vernichtet und zusätzlich dienen sie Menschen als Fleischquelle. Inzwischen gelten Tapire sogar als bedrohte Art. Aus diesem Grund unterstützt der Zoo Osnabrück das Projekt „Tayja-Saruta“ in Ecuador (im Jahr 2013 mit 12.000 Euro), das nicht nur die Flachlandtapire, sondern auch die dort lebenden Brüll- und Klammeraffen sowie Aras und Amazonen schützen soll. Die Einheimischen errichten Schutzgebiete und bauen Geflügel- und Fischzuchten zur alternativen Fleischversorgung auf, um so die Tiere und Pflanzen des Amazonischen Regenwalds auf dem Gebiet von Sarayacu dauerhaft zu erhalten.
Im Zoo Osnabrück leben die Tapire im Südamerikahaus. Dort haben sie einen eigenen Wasserkanal mit 24.000 Litern Wasser, das über das zooeigene Blockheizkraftwerk auf 18 bis 20 Grad Celsius erwärmt wird. Hier gehen sie nicht nur gerne schwimmen, sondern koten auch in das Wasser. Das ist typisch für Tapire, denn so hinterlassen sie keine Duftspuren und schützen sich vor Feinden.

Zoo Osnabrück gGmbH
Klaus-Strick-Weg 12
49082 Osnabrück
Telefon: 0541 / 95 105 – 0
zoo@zoo-osnabrueck.de
www.zoo-osnabrueck.de

Die Fütterung vor Ort erleben

Wer mehr über die charismatischen Tiere erfahren möchte, kommt an den Wochenenden und Feiertagen zur kommentierten Fütterung um 17.00 Uhr. Das genaue Programm gibt es unter http://www.zoo-osnabrueck.de oder an der Zookasse.

Ausgabe 8, 3/2014 | Autor: Martina Hümmer
Tapire_

Bildnachweise

Hintergrund © Aleksandr Prokopenko; 123.rf.de