Was klappert am rauschenden Bach?

Die in dem um 1830 komponierten Kinderlied besungene Mühlenromantik kennt wohl fast jeder. Dabei zeugen die drei Mühlen an der Nette von einem ganz anderen Aspekt des Lebens als Müller. Knollmeyer’s Mühle, die Nackte Mühle und die Haster Mühle entstanden am Ufer der Nette, um sich die Kraft des Wassers zu Nutze zu machen. Dies können große und kleine Besucher in der Sägemühle in Haste auf eindrucksvolle Weise erleben.

Wer ist Chef an der Säge?

Wenn Wolfgang Runge, die Kinder nennen ihn „Wolle“, die um 1900 gebaute und 1995 nach aufwendiger Sanierung wieder in Betrieb genommene Sägemühle anstellt, beginnt es im Gebälk der Mühle zu ächzen und zu vibrieren. Gebannt hängen die Kinder an Wolles Lippen und dürfen unter seiner Aufsicht auch schon mal selbst den Starthebel betätigen. In puncto Sicherheit aber hat Chef Wolle, ein gelernter Sägemüller aus dem Südharz, das Sagen.

Wieviel Wasser treibt die Säge an?

Die Säge wird nicht durch ein Mühlrad, sondern durch eine Francis-Schachtturbine angetrieben. Sie nimmt das Wasser auf und treibt über große Lederriemen die Säge an. Mit dem Umwelt- und Erlebnispädagogen Kai Kaldrack dürfen die Kinder einen Blick von oben in den Wasserzulauf werfen. „Die Kinder sind jedes Mal völlig überrascht, wenn ich ihnen erzähle, dass dort jede Sekunde 446 Liter Wasser durchrauschen – der Inhalt von zwei Badewannen“, lacht Kaldrack.

 

Welche Kraft hat Wasser?

Sowohl im Mühlengebäude als auch auf dem Außengelände finden interessierte Besucher Schautafeln, die die Geschichte und Funktionsweise der Wassermühle sehr anschaulich erklären. Die Kraft des Wassers lässt sich aber natürlich am besten draußen am „Buddelberg“ erleben. „Gemeinsam lassen wir dort einen Fluss entstehen und erleben die Kraft des Wassers“, sagt Lisa Beerhues, Leiterin der Nackten Mühle.

Was passiert am Buddelberg?

Oben entsteht aus Steinen ein Gebirge, in dem der Fluss seinen Anfang nimmt (Quelle). Am Hang darunter wird eine Folie ausgelegt, die dann mit Erde bedeckt wird. Aus Holz, Steinen und anderen Naturmaterialien bauen die Kinder ihre Landschaft mit Bäumen, Sträuchern, Kirchen und Wohnhäusern. Sind alle Kinder mit dem Aussehen ihrer Landschaft zufrieden, kommt das Wasser ins Spiel. „Die Kinder holen das Wasser mit Gießkannen aus der Nette und gießen es oben in die Steine“, erzählt Beerhues. Über der Folie tritt das Wasser dann irgendwann aus dem Erdreich, bahnt sich seinen Weg durch die Landschaft – und verändert sie dabei. Es entsteht ein natürlicher Bachlauf, ähnlich dem der Nette. „Wir schauen nach einer Stelle, an der ein Wasserrad eingebaut werden kann – und bringen die aus zwei Nägeln, einem Korken und Schaufeln aus einem Joghurtbecher gebaute Wassermühle in Gang. Ein super Einstieg in das Thema Wasserkraft“, findet Beerhues.

Sägesonntag
jeden 1. Sonntag im Monat von
11.00 – 13.00 Uhr.
Unbedingt vormerken:
Großer Tag der Offenen Tür an der Nackten Mühle beim Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag dem 16. Mai 2016

Ausgabe 13, 1/2016 | Autor: Yörn Kreib

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