Was machen Draußenseiner?

Der Winter ist eine natürliche Phase der Ruhe und Besinnung. Pflanzen und Tiere auf dem Gelände der Nackten Mühle sammeln Kräfte für den nächsten Frühling. Auch die Mitarbeiter und Kinder schalten in dieser Jahreszeit einen Gang runter. Von Langeweile aber trotzdem keine Spur.

Auf dem winterlichen Gelände steht Spurensuche auf dem Programm. Unter fachkundiger Leitung pirschen zum Beispiel die „Draußenseiner“ durch Wald und Gebüsch. Und selbst wenn die Verursacher persönlich gar nicht immer selbst in Erscheinung treten, ihre Spuren lassen sich mit ein wenig Übung rasch finden und zuordnen. Trittsiegel von Wasservögeln, Hunden und Nutrias, Tritt- und Fraßspuren des Eichhörnchens und die manchmal noch „dampfenden“ Erdhaufen der Maulwürfe. „Bei den „Draußenseinern“ handelt es sich um 6-10-jährige Grundschüler, die sich jeden zweiten Samstag an der Nackten Mühle treffen“, erklärt Lisa Beerhues, die Leiterin des ökologischen Lernorts.

Was passiert, wenn es dunkel wird?

Die angebotenen Aktivitäten und Termine der verschiedenen Kindergruppen thematisieren winterliche Themen.

Dazu gehört auch die ab November schon sehr früh einsetzende Dunkelheit. „Im schummrigen Dämmerlicht unter den großen Bäumen rücken die Kinder automatisch näher zusammen“, sagt Beerhues. Dunkelheit ist kaum noch jemand gewohnt – sie macht deshalb auch ein bisschen Angst. Mit selbst entzündeten Lichtern lässt sich diese Angst aber hervorragend vertreiben. Die anschließende Mutprobe meistern in der Regel alle. Im dunklen Wald allein von einem Baum zu einem anderen Baum zu laufen. Beide Bäume erhellt durch Lichter, dazwischen der dunkle Wald.

Was hilft gegen Kälte und Nässe?

Insbesondere ein starker Bewegungsdrang ist der beste Schutz vor Kälte. „Die Kinder wollen draußen sein, sich bewegen, Abenteuer erleben und natürlich jede Menge Spaß haben“, hat Beerhues festgestellt.

Und wenn es klirrend kalt wird, dann helfen immer noch ein großes Lagerfeuer oder leckere Bratäpfel direkt aus dem Backofen oder noch besser: eine Schneeballschlacht und Schneeskulpturen bauen. Ab und zu tritt einer der jungen Abenteurer auch schon mal unbeabsichtigt ins Wasser. Kein Problem für das erfahrene und umsichtige Team der Nackten Mühle. Über 30 Paar kunterbunter Gummistiefel in allen Größen stehen parat, um den verunglückten „Draußenseinern“ wieder zu trockenen Füßen zu verhelfen.
Bei der Frage nach dem letzten Winter, in dem der aufgestaute Mühlenteich komplett und fest zugefroren gewesen sei, zuckt Beerhues mit den Schultern. Das Fließgewässer mit dem angrenzenden Mühlteich, immerhin handelt es sich ja um einen angestauten Abschnitt der Nette, lädt schon seit vielen Jahren nicht mehr – so wie früher – zum Schlittschuhlaufen ein. Schade!

Ausgabe 12, 4/2015 | Autor: Yörn Kreib

Bildnachweise

 Kindergruppe, Landschaft mit Gummistiefeln, Winterwald © Claudia Brickwedde