Wer braucht einen Schwanz, um nicht umzufallen?

Erdmännchen gehören wohl zu den beliebtesten Zoobewohnern. Im Osnabrücker Zoo gibt es die quirligen Tiere seit 2002. Das Graben von Tunneln und unterirdischen Wegen ist ihr Spezialgebiet. Deshalb ist die Erdmännchenanlage in 80 Zentimetern Tiefe mit einer Betonwanne versehen und mit Sand aufgefüllt worden. Familie Erdmännchen würde sich sonst im Nu aus dem Gehege graben.

Der Name kommt von ihrem zweiten typischen Verhalten: Sie stellen sich oft auf ihre Hinterbeine, um zu beobachten, ob Angreifer im Anmarsch sind und sehen dabei aus, als würden sie Männchen machen. Häufig werden sie mit den Präriehunden verwechselt, denn beide ähneln sich in Aussehen und Größe. Erdmännchen gehören aber zu den Schleichkatzen, zu der Familie der Mangusten. Die kleinen Sympathieträger erreichen eine Kopf-Rumpf Länge von bis zu 35 Zentimetern und wiegen bis zu 800 Gramm. Das Fell der Erdmännchen ist weich und dicht am Körper anliegend. Im Vergleich zu ihrer Körpergröße haben Erdmännchen einen sehr langen Schwanz, der ungefähr 24 Zentimeter lang wird. Die Rutenlänge ist sogar sehr wichtig für die Erdmännchen: Stehen die lebhaften Tiere auf den Hinterbeinen, brauchen sie den Schwanz, um das Gleichgewicht zu halten und nicht umzufallen. Die tagaktiven Erdmännchen sind im südlichen Afrika angesiedelt. Sie bevorzugen lichte Busch- und Grassteppen mit sandigen und felsigen Geröllflächen.

Auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich tierische Produkte: Insekten, wirbellose Reptilien, Eier, bodenbrütende Vögel, aber auch zehn Prozent pflanzliche Nahrung. Erdmännchen sind sehr sozial und leben in einem Familienbund von bis zu 30 Tieren zusammen. Ob Nahrungssuche oder Kindererziehung – jedes Tier übernimmt eine Aufgabe, damit das Familienleben funktioniert. Die wichtigste ist das Wachestehen: Lauert Gefahr, stößt das Wächtererdmännchen einen Schrei aus. Normalerweise flüchten dann alle in den Bau, gegen kleine Angreifer wie zum Beispiel Schlangen setzen sich die Erdmännchen aber auch zur Wehr: Dann rottet sich die Rasselbande zusammen und die Tiere fauchen, schreien und gehen mit aufgestelltem Schwanz auf den Feind los. Ihre zweite Taktik: Sie zeigen dem Angreifer ihre Kehrseite und buddeln, was das Zeug hält – der Aushub wird dann auf den Angreifer geschmissen. Bemerkenswert ist, dass Erdmännchen bis zu 1.000 Gramm Sand pro Minute nach hinten befördern können.

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Ausgabe 5, 4/2013 | Autor: Esther Ungerland

Bildnachweise

Erdmännchen © Zoo Osnabrück; Hintergrund © Carsten Krüger- Fotolia.com