Was passiert bei Diagnose Krebs?

Die Diagnostik und Behandlung von Krebserkrankungen bleibt eine besondere medizinische Herausforderung. Im Integrierten Krebszentrum am Klinikum Osnabrück arbeiten daher verschiedene Fachdisziplinen bereichsübergreifend an den spezifischen Problemen der Erkrankung. So beraten sich alle Experten der spezialisierten Fachabteilungen über ein bestimmtes Krankheitsbild, um einzelne Behandlungsschritte abstimmen und individuelle Patientenwünsche berücksichtigen zu können.

Im Integrierten Krebszentrum Osnabrück werden jährlich ca. 1.500 stationäre Patienten sowie etwa 4.500 ambulante Patienten am angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentrum betreut. Dabei arbeiten Fachärzte der verschiedenen Disziplinen Hämatologie und internistische Onkologie mit Chirurgen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, Psychologen und weiteren Ärzten eng zusammen. Denn alle wissen: die Diagnose Krebs betrifft immer den ganzen Menschen!

Was leistet das Integrierte Krebszentrum?

„Im gleichen Ausmaß wie eine Krebserkrankung den gesamten Menschen betrifft, erfordert die Behandlung den Einsatz eines multidisziplinären Teams ausgewiesener Experten, die innerhalb eines integrierten Krebszentrums zusammenarbeiten“, erklärt Professor Dr. Olaf Koch, Chefarzt der Klinik für Onkologie. Die Prozess- und Ergebnisqualität wird am Klinikum von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) regelmäßig durch eine Zertifizierung sichergestellt. Darüber hinaus erhielt die Klinik für Hämatologie und Onkologie des Klinikums Osnabrück im Januar 2013 erneut das Gütesiegel der Europäischen Zertifizierungsbehörde für Blut-Stammzelltransplantation. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem nach einer äußerst hochdosierten Chemotherapie, die alle verbliebenen Tumorzellen zerstören soll, dem Körper blutbildende Stammzellen zugeführt werden. Aus diesen ureigenen Stammzellen kann der Organismus wieder die lebensrettende Blutbildung aufbauen. Nur durch die Stammzelltransplantation kann diese sehr eingreifende Chemotherapie überhaupt gewagt werden. „Durch die Hochdosis- therapie in Kombination mit einer Transplantationsmaßnahme kann eine dauerhafte Tumorbekämpfung in Situationen erreicht werden, in denen übliche Krebstherapien bereits versagen“, erörtert Oberarzt Dr. Rudolf Peceny, leitender Arzt des Transplantationszentrums.
Das Pangreaskarzinom-Zentrum hat – als zweites Zentrum in Niedersachsen und als einziges im Raum Osnabrück – im vergangenen Jahr ebenfalls ein Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft erhalten. Es bietet Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs die Möglichkeit, sich heimatnah, individuell und mit den modernsten interdisziplinären Therapiekonzepten behandeln zu lassen.

Wie wichtig ist die Psychoonkologie?

Seit die ganzheitliche Behandlung eines Menschen zum festen Maßstab vor allem in der Krebsmedizin geworden ist, hat die Psychoonkologie eine stetig wachsende Bedeutung bei der Betreuung des Patienten erlangt. Direkt nach der Diagnose beginnen verschiedene Behandlungen – der Patient erlebt eine Situation, auf die er sich nicht vorbereiten konnte. Emotionale Schocks und Gefühle des Kontrollverlusts und der Fremdbestimmung begleiten häufig diese erste Phase der Erkrankung. Dazu kommen Zweifel an der eigenen Gesundheit und Unversehrtheit, Sorgen und Zukunftsängste. Mit ähnlichen Empfindungen sehen sich dann häufig auch die Menschen konfrontiert, die dem Betroffenen nahe stehen. Sodass nicht nur der Einzelne, sondern oft ein ganzes System aus dem Lot gerät. Zu den Aufgaben der psychoonkologischen Versorgung am Klinikum Osnabrück gehört die Begleitung von Betroffenen in allen Phasen der Erkrankung, um langfristigen psychischen Problemen frühzeitig vorzubeugen. Dabei geht es vorrangig um den Erhalt bzw. die Verbesserung der individuellen Lebensqualität. Neben der Begleitung in Gesprächen werden Entspannungsübungen sowie Techniken für den Umgang mit Schlafproblemen, Ängsten oder beharrlichem Grübeln angeboten. Unverzichtbar ist auch der unterstützende Austausch mit nahestehenden Menschen, daher gehört zu einer umfassenden Betreuung ebenso das Einbeziehen des sozialen Umfelds, bzw. die Ausweitung des psychoonkologischen Angebots auf die Angehörigen. Denn obwohl nur einer erkrankt ist, sind oft Viele betroffen!

Was ist Krebs?

Krebs – eine Krankheit der Gene
Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Gene) verändern, diese Veränderungen nicht mehr repariert und die Erbinformationen dadurch „verfälscht“ werden. Je älter der Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeitet das Reparatursystem der Gene. Zu den Faktoren, die Gene verändern und so die Krebsentstehung fördern können, gehören UV-Strahlen, Tabakrauch, Chemikalien, chronische Infektionen, ein erhöhter Alkoholgenuss und eine ungesunde Lebensweise mit wenig Obst, Gemüse und Bewegung. In fünf bis zehn Prozent der Fälle sind die Veränderungen erblich bedingt.

Was bedeutet das Fachchinesisch?
Onkologie: Ist die Wissenschaft, die sich mit Krebs befasst.
Hämatologie: Befasst sich mit den Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe. Leukämie (Blutkrebs) und bösartige Veränderungen der Lymphknoten gehören neben Anämie (Blutarmut) und Hämophilie (Bluterkrankheit) zu den wichtigsten Blutkrankheiten.
Radiologie: Das Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Anwendung elektro- magnetischer Strahlen und mechanischer Wellen zu diagnostischen, therapeutischen und wissenschaftlichen Zwecken befasst.
Pathologie: Ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit krankhaften und abnormen Vorgängen und Zuständen im Körper sowie mit deren Ursachen beschäftigt.

Ausgabe 5, 4/2013 | Autor: Franziska Ring

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