Wer operiert mit einem Roboter?

Die Wirbelsäule ist das zentrale Konstruktionselement des menschlichen Körpers. Doch ihre Funktionsfähigkeit wird immer wieder beeinträchtigt. Vor allem durch Verschleißerscheinungen, aber auch durch Fehlbildungen, Geschwülste, Verletzungen, Entzündungen oder Rheumaerkrankungen. Zwischen 2005 und 2014 wurden allein im Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie am Klinikum Osnabrück mehr als 13.000 Operationen durchgeführt.

Seit kurzem erhalten die vier behandelnden Ärzte Unterstützung von einem Roboter, der weltweit bislang nur in drei Gesundheitseinrichtungen zum Einsatz kommt. „Rosa“ macht die komplexe Wirbelsäulenchirurgie präziser und sicherer. So ruhig die Hand eines menschlichen Operateurs auch sein mag – ein Roboter vom Typ „Rosa Spine“ ist ihr überlegen. Das Gerät kann Implantate millimetergenau platzieren, um Verletzungen des Rückenmarks oder der Nerven sicher auszuschließen. Außerdem balanciert „Rosa“ sämtliche Bewegungen der Patienten aus, die beispielsweise durch bloßes Atmen verursacht werden können. „Das Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie am Klinikum Osnabrück gehört durch ´Rosa´ zu den weltweit am besten ausgestatteten Einrichtungen in der Wirbelsäulenchirurgie“, freut sich Prof. Dr. Michael Winking, der bereits seit Monaten erfolgreich mit dem 600.000 Euro teuren Operationscomputer arbeitet. Auch Winkings Partner Dr. Arnd Hellwig, Privatdozent Dr. Johannes Schröder und Dr. Thomas Krampulz sind von dem neuen „Kollegen“ begeistert.

Schließlich verfügt er nicht nur über einen Roboterarm mit sechs Gelenken, der wie ein menschlicher Arm bewegt werden kann, sondern außerdem über eine spezielle Kameratechnik, welche die Operation mit dreidimensionalen Aufnahmen permanent kontrolliert. So können die Ärzte den Roboterarm punktgenau steuern und sehen das Körperinnere ihrer Patienten zeitgleich auf einem Computerbildschirm.
Die Mediziner sind fest davon überzeugt, dass moderne Bildgebungsverfahren und die entsprechende Robotertechnik ihre Arbeit langfristig begleiten und fortlaufend verbessern werden. „Mit dieser Anschaffung können wir die Sicherheit für unsere Patienten erhöhen und Komplikationen vermeiden“, erklärt Prof. Dr. Michael Winking. „Durch ihre Genauigkeit wird die Robotik zukünftig in der gesamten operativen Medizin einen wichtigen Stellenwert einnehmen. In der Wirbelsäulenchirurgie haben wir uns damit an die Spitze der Entwicklung gestellt!“

Das ZW-O am Klinikum Osnabrück

Das Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie (ZW-O) hat sich auf die operative Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule spezialisiert. Die vier Ärzte untersuchen die Patienten ambulant im Ärztehaus am Klinikum. Zur operativen Behandlung werden die Patienten in die wirbelsäulenchirurgische Abteilung im Klinikum Osnabrück aufgenommen. Dort stehen sämtliche Hilfsmittel für die Operation und die Betreuung danach zur Verfügung. In geeigneten Fällen ist auch eine ambulante operative Behandlung möglich. Die behandelnden Ärzte sind Prof. Dr. Michael Winking, Dr. Arnd Georg Hellwig, Privatdozent Dr. Johannes Schröder und Dr. Thomas Krampulz.
Kontakt unter Telefon 0541 / 945460, Mail: info@zw-o.de

Ausgabe 11, 3/2015 | Autor: Beitrag der Redaktion

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Bilder ©Klinikum Osnabrück