Wer wirft mit vereinten Kräften?

Es ist noch nicht allzu lange her, da mussten sich die Handballabteilungen von gleich drei Osnabrücker Vereinen mit schwindenden Mitgliederzahlen auseinandersetzen. Doch gemeinsam kam man wieder auf Kurs. Heute sind in der 2007 (2009 mit allen drei Vereinen) gegründeten Handball Spielgemeinschaft Osnabrück bei den Damen und Herren mehr als 20 Teams aller Altersklassen vertreten.

Das Zusammenwachsen der Handballer war sicher auch dadurch begünstigt, dass die Abteilungen unterschiedliche Stärken in die Fusion einbringen konnten. Der OSC war im Herren-, Rasensport im Jugend- und der SV Hellern im Damenbereich gut aufgestellt. Sportliche Erfolge ließen denn auch nicht lange auf sich warten: Der 1. Herrenmannschaft gelangen innerhalb von drei Jahren zwei Aufstiege, die 1. Damenmannschaft qualifizierte sich für die Landesliga und auch die Nachwuchsteams machten immer wieder mit guten Ergebnissen auf sich aufmerksam. Dass die 1. Herrenmannschaft zuletzt wieder aus der Verbandsliga Nordsee absteigen musste, sieht Vorstandsmitglied Fabian Siebert als „kleinen Rückschritt, den wir so rasch wie möglich wieder revidieren wollen“. Vier Leistungsträger verließen den Verein, mit Timm Dietrich konnte aber ein neuer Trainer gewonnen werden, der zuletzt im Jugendbereich der SG Wallau-Massenheim tätig war. „Mit seinem Know-how wird er sicherlich ein wichtiger Baustein für die Rückkehr in die Verbandsliga sein“, so Siebert.

Wie kooperieren ein Handballverein und die Universität?

Austausch von sportwissenschaftlichen Erkenntnissen und Praxiserfahrungen im Hinblick auf förderungswürdige Entwicklungs-, Vermittlungs-, Trainings- und Erziehungsprozesse im Handballsport stehen im Mittelpunkt einer Kooperation zwischen der HSG und der Universität Osnabrück. Mehrere Planungstreffen haben bereits stattgefunden. Im laufenden Wintersemester werden der Trainings- und Spielbetrieb für wissenschaftliche Besucher geöffnet.

Dabei geht es um Analysen im Rahmen ausgewählter Seminararbeiten und fachspezifische Untersuchungen, die von wissenschaftlichem Personal durchgeführt werden.

Wo schauen Weltmeister vorbei?

Die HSG kooperiert außerdem mit Vereinen aus der Region sowie dem TBV Lemgo, der 1997 und 2003 Deutscher Meister wurde, drei nationale Pokalsiege feierte und 1996 den Europapokal der Pokalsieger gewann. Zu einer Trainingseinheit mit dem ehemaligen TBV-Trainer Volker Mudrow, von der besonders die kleinen Handballer begeistert waren, kam auch Weltmeister Florian Kehrmann nach Osnabrück. In der OSC-Halle fand zudem ein Freundschaftsspiel zwischen Lemgo und TUSEM Essen statt, bei dem ebenfalls Weltmeister von 2007 zum Einsatz kamen. Darüber hinaus kann die HSG ihren Mitgliedern hin und wieder vergünstigte Tickets für Spiele des TBV anbieten, damit sie die Profis in Aktion erleben können.

Wer steht für den Verein?

Im anspruchsvollen organisatorischen Bereich, der unter anderem Aktivitäten im Sportpark Raspo, der Ballsporthalle Hellern, der OSC-Halle oder der Goethering-Halle koordinieren muss, geht nichts ohne Andrea Guhe-Strothmann. Helmut und Wolfgang Münnich leiteten im Vorstand der HSG lange Jahre die Geschicke des Vereinsverbundes – ehrenamtlich, versteht sich. Für den sportlichen Erfolg sorgte vor allem Jörg Elbel, der der HSG Osnabrück erstmals eine Oberliga-Mannschaft bescherte und sowohl mit der 1. Herren- als auch mit der B-Jugend-Damenmannschaft aufstieg.

Martin Köchert feierte ähnlich große Erfolge. Er betreute eine Jugendmannschaft von der D-Jugend bis zum Abschluss der A-Jugend – mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Verbandsliga. Neben den Genannten gibt es viele Mitstreiter im Hintergrund, die sich mit großem Engagement für die HSG einsetzen.

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Wie funktioniert „plyometrisches Training“?

Moderne Trainingsmethoden gehören auch bei der HSG zum Alltag, auch wenn die folgende für Kinder und Jugendliche noch nicht infrage kommt. Doch in den oberen Leistungsbereichen kann das „plyometrische Training“ die Schnellkraft und Sprungkraft der Spieler entscheidend verbessern. Hier handelt es sich um eine Form des Reaktivkrafttrainings, bei der zunächst eine Dehnung des Muskels erfolgt, bevor anschließend eine verkürzende Kontraktion der Muskulatur stattfindet. Dieser Prozess wird auch als „Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus“ bezeichnet.

Ausgabe 12, 4/2015 | Autor: Beitrag der Redaktion

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Bilder HSG Osnabrück ©Helmut Romaike & Moritz Falkenberg