Wie gelingt eine rasche Genesung?

Patienten, denen künstliche Knie- und Hüftgelenke eingesetzt werden, müssen nach ihrer Operation bisweilen mit langwierigen Heilungsprozessen rechnen. Das „Rapid Recovery“ Programm, das seit knapp zwei Jahren in der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie des Klinikums Osnabrück erprobt wird, hat das Ziel, eine schnellere Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen – durch die Mithilfe der Patienten, die selbst zu einer raschen Genesung (rapid recovery) beitragen!

„Bestmögliche Resultate sind nur gemeinsam mit den Patienten möglich“, erläutert der „Rapid Recovery“- Beauftragte des Klinikums, Dr. Erik Scheuer. „Wir streben eine Rundumversorgung durch ein interdisziplinäres Behandlungsteam und einen genau festgelegten Behandlungsablauf an. Dabei beginnt die aktive Einbindung des Patienten schon vor der Operation in der Patientenschule.“

Was lernt man in der Patientenschule?

Hier werden Knie- und Hüftgelenkersatzpatienten bereits eine Woche vor der Operation auf das vorbereitet, was sie im Klinikum erwartet. Sie erfahren an einem einzigen Informationstag, welche Untersuchungen auf sie zukommen, wann sie wieder mobilisiert werden und wie sie selbst einen entscheidenden Beitrag leisten können, um nach der Operation schnell wieder in den gewohnten Alltag zurückzukehren.
Die Betreuung auf einer speziell dafür eingerichteten Station, annähernd gleichzeitig operiert zu werden und gemeinsam im Therapieraum zu trainieren, fördert den Erfahrungsaustausch und die Motivation. „Jeder weiß wie besorgt Patienten vor der Operation sind. Mit der Patientenschule möchten wir sie bestmöglich vorbereiten“, sagt Dr. Erik Scheuer. In der Patientenschule sind aber auch Vertrauenspersonen herzlich willkommen. Sie können ihre Freunde und/oder Verwandten bei allen Untersuchungen begleiten, sie motivieren und in vielerlei Hinsicht unterstützen. „Wenn der Patient, wie beim ´Rapid Recovery´-Programm, im Mittelpunkt steht, haben alle Beteiligten einen spürbaren Nutzen davon“, bilanziert Prof. Martin Engelhardt, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfall- und Handchirurgie.

Wer plant den Tag der Entlassung vor der Aufnahme ins Krankenhaus?

Eine enge Abstimmung zwischen allen an der Behandlung Beteiligten des Klinikums und den niedergelassenen orthopädischen Ärzten und Reha-Zentren trägt wesentlich zum Behandlungserfolg bei. Das „Rapid Recovery“-Programm koordiniert deshalb sämtliche Abläufe von der Patientenschule über Voruntersuchungen und Operation bis hin zur rehabilitativen Weiterbehandlung. So wird die Entlassung und die damit verbundene weitere Anbindung in der Anschlussheilbehandlung bereits vor der Aufnahme im Klinikum geplant!

Was ermöglicht Patienten eine höhere Lebensqualität?

Die bestmögliche Versorgung wird durch verbesserte medizinische Behandlungsmethoden sichergestellt und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Behandlung gewährleistet am Ende, dass die einzelnen Behandlungsschritte aller beteiligten Fachgruppen auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt und transparent werden. „Es ist unser Ziel, den Patienten durch unsere Eingriffe eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen“, betont Prof. Engelhardt. „Durch das ´Rapid Recovery´-Programm, die schonenden Operationstechniken und unseren ausgeprägten Spezialisierungsgrad können wir unsere Patienten optimal behandeln und sind stets auf dem neuesten Stand.“

Wie aktiviert „Rapid Recovery“ nach der Operation?

Nach der Operation sollen die Patienten schnell zum Aufstehen motiviert und das neue Gelenk so früh wie möglich bewegen, sofern die Schmerzen des Patienten ein solches Vorgehen zulassen.
Wenn keine Komplikationen auftreten, führt die frühzeitige Mobilisation und Beübung dazu, dass die Patienten rasch wieder in ihr gewohntes Leben zurückzukehren können.

Weitere Infos unter:
www.rapid-recovery.de

Ausgabe 14, 2/2016 | Autor: Beitrag der Redaktion

Bildnachweise

Bilder ©  Klinikum Osnabrück / Senioren © Robert Kneschke, fotolia.de / Gelenk © Stasique, fotolia.de / Hüftschmerz © twinsterphoto / Gesundes Ehepaar © Robert Kneschke