Wie therapiert man chronische Rückenschmerzen?

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Rückenschmerzen. Das Klinikum Osnabrück bietet jetzt als einziges in Osnabrück mit seinem Schmerzzentrum eine besondere Behandlungsmöglichkeit an: Die stationäre, multimodale Schmerztherapie.

Schmerzen erfüllen eigentlich eine sinnvolle Funktion. Sie warnen und schützen den Menschen und verhelfen so auch zu einer besseren Heilung. Werden die Schmerzen jedoch chronisch, führen sie für die Patienten häufig zu gravierenden Veränderungen auf körperlichem, sozialem und psychischem Gebiet.
So definieren sich chronische Schmerzen nicht ausschließlich über die Dauer des Schmerzes, sondern unter anderem auch über die Anzahl der Behandlungsversuche oder berufliche Folgen. In der Konsequenz kommt es zum sozialen Rückzug und einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität.
Somit ist das Ziel einer Schmerztherapie bei chronischen Rückenschmerzen auch die Verbesserung der Lebensqualität und die Befreiung von dem Gefühl der Hilflosigkeit. Hierzu benötigt man einen Therapieansatz, der sich aus mehreren Bausteinen zusammensetzt.

Welche Bestandteile gehören zur multimodalen Therapie?

Die Besonderheit der multimodalen Schmerztherapie ist die umfassende Analyse und Behandlung des Patienten in seiner Gesamtheit.
Im Schmerzzentrum wird je nach Patient und Diagnose ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Pflegern, Psychotherapeuten und Physiotherapeuten/ Ergotherapeuten zusammengestellt.
Bei der mindestens siebentägigen Behandlung werden immer mindestens zwei Fachdisziplinen einbezogen, die nach einem festgelegten Behandlungsplan und unter ärztlicher Behandlungsleitung arbeiten.
Das übergeordnete Ziel ist ein gemeinsames Krankheitsverständnis und Therapieziel. Für den Patienten steht die Verbesserung der Lebensqualität im Fokus.

Die einzelnen Bausteine der stationären multimodalen Schmerztherapie sind:

· Physiotherapie, um die körperlichen Funktionen zu verbessern und die körperliche Belastbarkeit zu steigern. Der Patient soll das Vertrauen in seinen eigenen Körper wiedererlangen.
· Psychotherapie, um Schmerz- und Stressbewältigungsstrategien zu erlernen. Darüber hinaus wird eine positive Veränderung der Körperwahrnehmung und eine Verbesserung des Schlafverhaltens der Patienten angestrebt.
· Eine Anpassung der medikamentösen Therapie im Verlauf.

Wie up to date ist das Klinikum?

Aufgrund der großen Anzahl an Patienten, die durch das Schmerzzentrum behandelt werden, besteht ein weiterer Aufgabenbereich in der Aus- und Weiterbildung von ärztlichen Kolleginnen und Kollegen. Die Leiterin des Schmerzzentrums, Oberärztin Ines Hufnagel, wurde dazu in vollem Umfang von der Ärztekammer ermächtigt. Somit ist das Klinikum Osnabrück die einzige Klinik in der Stadt, die die komplette schmerztherapeutische Weiterbildung durchführen kann.

Für wen ist die Therapie sinnvoll?

Um beurteilen zu können, ob die stationäre, multimodale Schmerztherapie die für den Patienten geeignete Behandlungsart ist, wird jeder Patient zunächst gründlich untersucht.
Um die Voruntersuchung durchführen zu können, benötigt der Patient eine Einweisung seines behandelnden Arztes und muss einen Termin mit dem Schmerzzentrum des Klinikums Osnabrück (Tel.: 0541-405 6716) vereinbaren.
Es folgt dann die ärztliche Untersuchung durch einen speziellen Schmerztherapeuten sowie ggf. ein psychologisches Gespräch bei einem in der Schmerztherapie erfahrenen und approbierten Psychologen.

Ausgabe 6, 1/2014 | Autor: Franziska Ring

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Ärzteteam, Physiotherapeutin © Klinikum Osnabrück; Bewegungsbad © Franziska Ring