In welches Museum traut sich keine Maus?

Mühlengeschichte war immer schon eine Geschichte der Mäusebekämpfung. Der Lechtinger Windmühlenverein ist deshalb sehr glücklich, dass sein Mitglied Wolfgang Himmel einer besonderen Sammelleidenschaft nachgeht: Mit viel Liebe zum Detail hat er zum Schrecken jeder Maus, die sich einmal hierher verirren sollte, in einem alten Transformatorturm ein Museum für seine Mausefallensammlung eingerichtet. Hier können große und kleine Besucher den menschlichen Erfindungsreichtum bestaunen, der bis heute durch den Kampf gegen die kleinen Nahrungskonkurrenten freigesetzt worden ist.

Dabei war es eine große Herausforderung, den sehr begrenzten Platz des Turms bestmöglich auszunutzen. Kurzerhand wurde einfach ein „Mausefallenpaternoster“ gebaut, an dem die mörderischen Exponate mit ihren unterschiedlichen Fangapparaten, Tötungsvorrichtungen und Abwehrmechanismen betrachtet werden können. „So ist in unserem ‚Mäuseturm‘ sogar noch Platz für die eine oder andere Maus, die aber angesichts der über 100 Fallen lieber Reißaus nehmen sollte“, scherzt Wolfgang Himmel.

Welche Mausefalle trägt Landesfarben?

Angefangen hat alles mit der handgefertigten Mausefalle eines Klosterbruders von der griechischen Insel Kreta. Seitdem bringt der Sammler immer mal wieder ein Exemplar von seinen Reisen aus der ganzen Welt mit. Dabei sind mittlerweile auch Rattenfallen aus Japan und China, eine schwedische in den Landesfarben blau und gelb oder auch die besonders teuflische „Lucifer“ aus Frankreich: In dieser Würgefalle muss die Maus einen gespannten Faden selbst durchbeißen, um an den Köder zu gelangen. Leider ist das auch ihr Todesurteil, weil die Falle dann zuschnappt. Dabei empfiehlt der passionierte Fallensammler seinen Besuchern ausschließlich Lebendfallen zu verwenden: „Das ist nicht nur besser für die Mäuse, sondern auch für viele andere Tiere in der Natur. Denn Mäuse stehen zum Beispiel bei Eulen oder Greifvögeln auf dem Speiseplan.“ Einmal gefangene Mäuse sollte man aber erst mit einem Kilometer Abstand wieder aussetzen. Sonst kann es passieren, dass sie am nächsten Tag wieder in der Falle sitzen.

Das hat der Experte selbst ausprobiert, indem er gefangene Mäuse mit Lippenstift markiert hat. Mit Rosinen als Köder sollte das Mäusefangen auf jeden Fall klappen – die mögen Mäuse noch lieber als Käse oder Speck.

Das Mausefallenmuseum kann von April bis Oktober an jedem 1. Sonntag im Monat von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie auch nach vorheriger Absprache besichtigt werden. Die Mühle und der Mühlenladen sind zusätzlich ganzjährig jeden Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr geöffnet.

Veranstaltungshöhepunkte des Vereins Windmühle Lechtingen e.V. in diesem Jahr sind außerdem der Deutsche Mühlentag am 16. Mai 2016 (Pfingstmontag) und der Mühlenmarkt am 11. September 2016 zum Tag des offenen Denkmals.

Kontakt:
Verein Windmühle Lechtingen e.V.
Mühlenstraße 41 | 49134 Wallenhorst
Mail: info@windmuehle-lechtingen.de
www.windmuehle-lechtingen.de

Anleitung für eine Lebendfalle:

1. Ein hohes Gefäß mit glatten Wänden verwenden, beispielsweise einen Tonkrug oder einen Eimer.

2. Eine Leiter für die Mäuse aufstellen, damit sie oben auf das Gefäß klettern können oder das Behältnis im Boden versenken.

3. Einen Deckel aus Papier über die Öffnung spannen und in der Mitte kreuzweise, nicht ganz bis zum Rand, einschneiden.

4. Ein paar Rosinen als Köder in das Gefäß legen.

5. Jetzt muss die Falle täglich kontrolliert werden, damit die gefangenen Mäuse schnell und am besten mindestens einen Kilometer entfernt in der Natur wieder frei gelassen werden können.

Viel Erfolg!

Ausgabe 13, 1/2016 | Autor: Moritz Jacobsen