Was sind die drei ‚K‘ am Sutthauser Bahnhof?

Meterhohe, rostüberzogene Stahlstreben bilden eine Allee um die Bahnschienen. Das Hauptgebäude ein kulinarischer Hotspot, gleich nebenan eine grüne Idylle – Atelier und Zentrum einer eigenen, in sich geschlossenen Welt.

Das ist Iktomia – die ganz besondere Mixtur aus Kunst, Kultur und Kulinarik! Kreiert vom Künstler Volker Johannes Trieb. „Mystisch, magisch, sagenumworben“, so beschreibt er selbst diese einmalige, von ihm im Laufe der Jahre geschaffene Kunstlandschaft am Sutthauser Bahnhof und darüber hinaus. Skulptur- und Literatur-Stationen führen vom Mahnmal „Augustaschacht“ bis zum Park von Gut Sutthausen. Volker Johannes Trieb, gebürtig aus Worms stammend, eröffnete sein Osnabrücker Atelier im Jahr 1987 und beeinflusst seitdem die regionale Kulturszene.

Heute ist er einer der bekanntesten und angesehensten Künstler der Region und beeindruckt durch seine Kreativität. Seine Werke sind durch seinen unverwechselbaren Stil, die „Vereinigung“ von Keramik und massivem Stahl geprägt und beruhen jeweils auf philosophischen Inhalten. Neben den „Feldzeichen zu Friedenszeichen“ (Varusmasken) und dem „Friedensreiter“, die den meisten Osnabrückern bekannt sein dürften, ist das einzigartige Biotop rund um den Bahnhof eines seiner beeindruckenden Gesamtkunstwerke. Im Jahr 2011 wurde Iktomia um ein weiteres Highlight erweitert. Als das ursprüngliche Bahnhofsgebäude zum Verkauf stand, schlug der leidenschaftliche Hobbykoch zu und eröffnete das Restaurant „Wilde Triebe“. Seitdem entstehen hier, unter der Leitung von Hannah Börger und Sarah Irwin, kulinarische Köstlichkeiten, serviert auf Keramikgeschirr, das vom Hausherrn selbst entworfen wurde. Das Ambiente ist einzigartig und ergänzt das Gesamtkunstwerk Sutthauser Bahnhof perfekt.

Wo werden Eichenstämme zu Zeitzeugen?

Auch bei seinem aktuellsten Projekt, zeigt sich Triebs Vielseitigkeit. Wenn sich im Jahr 2014 der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährt, plant der Künstler eine Installation aus kriegsgezeichneten Zeitzeugen. Dabei geht es jedoch nicht um Menschen, sondern um Eichenstämme aus dem Elsass. Als Zeugen des vor allem auch zwischen Deutschland und Frankreich tobenden Krieges tragen sie noch heute tiefe Spuren von Munitions- und Granatsplittern.
Zweiunddreißig dieser Stämme, versehen mit eindringlichen Botschaften, werden 2014 an markanten Orten in Osnabrück, wie zum Beispiel der Caprivi-Kaserne, aufgestellt.

Ausgabe 5, 4/2013 | Autor: Constantin Picolin

Bildnachweise

Feldzeichen zu Friedenszeichen © Volker Johannes Trieb; Gelände in Sutthausen © Volker Johannes Trieb