Was sind Samtgemeinden?

Es gibt sie nur in Niedersachsen, hier allerdings in reichlicher Anzahl. Seit Anfang 2014 hat das Bundesland 126  Samtgemeinden, in denen 703 Mitgliedsgemeinden organisiert sind.

Bei Samtgemeinden handelt es sich um freiwillige Zusammenschlüsse mehrerer Kommunen eines Landkreises, die rechtlich selbständig bleiben. Allerdings übernimmt die Samtgemeinde, die mindestens 7.000 Einwohner haben sollte, zentrale Aufgaben, die im Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz aufgeführt sind. Dazu gehört beispielsweise die Erstellung eines Flächennutzungsplans, die Schulträgerschaft, der Betrieb von Gesundheitseinrichtungen, Sportstätten und Büchereien sowie Wasserversorgung, Kanalisation, Abfallentsorgung oder Straßenreinigung.

Die Samtgemeinden haben deshalb drei eigene Organe: den Samtgemeinderat, den Samtgemeindeausschuss und den Samtgemeindebürgermeister. Der Zusammenschluss, beziehungsweise die enge Kooperation von Gemeinden, ist auch in anderen Bundesländern üblich. So gibt es in Sachsen Verwaltungsverbände, in Rheinland-Pfalz Verbandsgemeinden und in Schleswig-Holstein Ämter. Die Bildung von Sammtgemeinden – damals noch mit zwei „m“ – war bereits in der Gemeindeordnung für den Preußischen Staat vom 11. März 1850 vorgesehen.

Samtgemeinden im Osnabrücker Land
Die größte Samtgemeinde im Osnabrücker Land ist Bersenbrück mit rund 28.000 Einwohnern. Zu ihr gehören Alfhausen, Ankum, die Stadt Bersenbrück, Eggermühlen, Gehrde, Kettenkamp und Rieste. Die drei weiteren Samtgemeinden sind Artland, Fürstenau und Neuenkirchen.

Ausgabe 10, 2/2015 | Autor: Thorsten Stegemann

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