Wer untersucht Gewässer in der Region?

Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Ressourcenmanagement – nicht vielen Osnabrückern werden diese Begriffe beim sonntäglichen Spaziergang am Kanal durch den Kopf gehen. Einigen allerdings schon.

In den bundesweit einmaligen Studiengängen Umweltsystemwissenschaft (2-Fach Bachelor), Angewandte Systemwissenschaft (BSc) und Umweltsysteme und Ressourcenmanagement (MSc) versucht die Universität Osnabrück, Studenten die Augen für diese wichtigen Themen zu öffnen – und ihre Bedeutung in der Region zu erforschen. Im Zuge der Diskussion um eine umweltverträgliche Wassernutzung rief die Arbeitsgruppe Angewandte Systemwissenschaft des Instituts für Umweltsystemforschung zum Beispiel ein Forschungsprojekt zur Schadstoffkonzentration in Gewässern ins Leben. Die Mitarbeiter und Studierenden entwickeln Modelle zur Simulation der Schadstoffbelastung, z.B. durch  Arzneimittel und entnehmen zum Teil auch Proben aus lokalen Gewässern, um diese im Labor auf enthaltene Schadstoffe zu untersuchen. Sie erforschen aber auch, wie sich Plastikmaterial, das in Gewässern entsorgt wurde, unter Sonneneinstrahlung verändert oder wie groß der Beitrag von Haushaltsabwasser auf die Gewässerbelastung mit Kunstfasern ist. „Die Umweltfolgen unseres Konsumverhaltens außen vor zu lassen, ist heutzutage nicht mehr vertretbar“, sagt Jörg Klasmeier, Koordinator der Studiengänge in der Systemwissenschaft. In seinen Augen ist die Untersuchung der Auswirkungen von

Schadstoffen und Plastikmüll auf die Wasser- und Umweltqualität nach wie vor eine große Herausforderung. Doch nicht nur in diesem Bereich ist das Institut für Umweltsystemforschung der Osnabrücker Universität Vorreiter. Bei Fragen zu nachhaltigen Handlungsoptionen in Politik und Gesellschaft ist die Expertise der Arbeitsgruppe Ressourcenmanagement weltweit anerkannt, während die theoretische Systemwissenschaft mit Computersimulationen dazu beiträgt, die Ausbreitung von Infektionen besser zu verstehen. Zwei mit dem Institut eng verbundene Arbeitsgruppen am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig arbeiten sehr erfolgreich auf dem Gebiet der ökologischen Modellierung.

Was zeichnet die Umweltforschung der Universität aus?

 „Uns ist wichtig, die Studenten so früh wie möglich praxisorientiert an die Problematik heranzuführen“, so Jörg Klasmeier.

. Die Inhalte des Bachelor-Studiengangs bauen auf drei Säulen auf. Während des ersten Abschnitts lernen die Studenten Umweltsysteme zu verstehen und Fragen – wie die nach der Gewährleistung einer guten Wasserqualität – auszuarbeiten. Der zweite Teil des Grundstudiums dient einer soliden Ausbildung in den Fächern Mathematik und Informatik, während die dritte Säule durch ein zweites Kernfach (2-FB) bzw. ein Anwendungsfach (BSc) gebildet wird. Für Studenten, die gern im Labor arbeiten, bietet sich zum Beispiel Chemie als zweites Fach an. Das Besondere an der Universität Osnabrück ist die starke Fokussierung auf die studentische Forschungsarbeit. „Die Möglichkeit, das Erlernte schon während des Studiums direkt in der Praxis anzuwenden, ist bundesweit längst nicht in allen Studiengängen gegeben“, sagt Klasmeier.

Weitere Infos: www.uni-osnabrueck.de/universitaet/fachbereiche_interdisziplinaere_institute/institut_fuer_umweltsystemforschung_usf.html

Ausgabe 15, 3/2016 | Autor: Johanna Albers
 

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Bilder Vorlesung Jürgen Berlekamp