Wie kam Schledehausen zu seinem Namen?

Schledehausen – diesen Ortsnamen gibt es nur einmal. Viele, die den Luftkurort kennen, wissen, dass er eng mit der Schelenburg verbunden ist. Der 900 Jahre alte Adelssitz liegt einige 100 Meter westlich vom Ortskern und gehört zu den ältesten Burganlagen im Osnabrücker Land.

Auf der Suche nach der Bedeutung stößt man schon bald auf den Namen eines der ältesten nachweisbaren Geschlechter in der Region. Bereits im 12. Jahrhundert gehörte der Familie Sledesen die gotische Wasserburg mit den vier runden Ecktürmen und den zwei Meter dicken Mauern. In einer Urkunde vom 17. Juli 1090 stand noch der Name Scliduson, knapp hundert Jahre später (1177) dann Sledesen als mundartliche Form des heutigen Schledehausen. Husen, verhochdeutscht Hausen, bedeutet „bei den Häusern“. Bei welchen husen oder Häusern hat Sledesen/Schledehausen gelegen? Das Bestimmungswort der Husen-Ortsnamen ist in diesem Falle eine Personenbezeichnung bzw. eine lokale Gegebenheit

Das Wort slede wird zum altsächsischen Wort slada gestellt, was vermutlich versumpfte, feuchte Niederung und mit Wasser gefüllte Senke bedeutet. An Wasser gibt es um die Schelenburg (siehe Foto) keinen Mangel. Die „Burg to Sledehusen“ der Familie Sledesen war im Mittelalter von drei Wassergräben und dazwischen liegenden Wällen umgeben. Das Fundament steht auf mehr als tausend Eichenpfählen im Sumpf der Wierau. Teile dieses Grabensystems sind bis heute noch erhalten. Über eine kleine, gemauerte Brücke unmittelbar vor dem Schloss, die die Wierau überquert, fließt heute der Verkehr von Jeggen nach Schledehausen. Somit kann man davon ausgehen, dass der Name Schledehausen seinen Ursprung „bei den Häusern an den feuchten Niederungen der Wierau“ hat.

Was geschah mit den Sledesens?

Im Jahr 1396 erlosch das Adelsgeschlecht der Familie Sledesen. Durch eine Heirat der Erbtochter Elisabeth von Sledesen mit Rabado III. von Schele ging die Burg in den Besitz der Herren von Schele über. Bald wurde die Burg Sledesen in Schelenburg umbenannt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. 1490 vernichtete ein Brand das Wohn- und Wirtschaftsgebäude, nur der Wehrturm blieb erhalten. Um 1500 wurde auf der alten, noch zu erkennenden Bausubstanz der repräsentative Renaissanceflügel errichtet. Wer sich für die Geschichte der Burg interessiert, kann diese bei Kulturveranstaltungen auch gelegentlich von Innen in Augenschein nehmen und dabei als Wissender die Frage stellen: „Wie kam Schledehausen zu seinem Namen?“

Ausgabe 9, 1/2015 | Autor: Ebba Ehrnsberger

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Foto Schelenburg ©haitaucher39; Fotolia.com