Wie viele Dinge sollte man in Osnabrück nicht verpassen?

Unter dem Motto „Oper mal anders“ erklärt der Engländer Richard Vardigans den Osnabrückern das Geheimnis der Opern. Der Besuch einer seiner launigen Veranstaltungen im Ledenhof sorgt für den nötigen Durchblick. Fortan erkennt man anhand der Musik, ob die Bühnenhelden lügen oder die Wahrheit sagen. Diese Veranstaltung hat den Hobbymusiker Peter Teutrine schwer beeindruckt. Kein Wunder also, dass es diese Veranstaltung unter die „55 Dinge, die man in Osnabrück nicht verpassen sollte“ schaffte, die der gebürtige Westfale nun in einem ganz besonderen Buch zusammengestellt hat. Vor zwei Jahren begann er mit der Suche nach den Dingen, die für ihn den Reiz und die Atmosphäre der Hasestadt, seiner Wahlheimat, ausmachen.

Was bringt einen Westfalen zum Schwärmen?

„Die touristischen Highlights wie Dom und Rathaus habe ich bewusst ausgeklammert“, sagt Teutrine. Ihm ging es vielmehr um die besonderen „Kleinigkeiten“, die sich vielen erst auf den zweiten oder dritten Blick zu erkennen geben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Osnabrück ist eine so facettenreiche Stadt, die mich mit ihrer kulturellen Vielfalt völlig überrascht hat“, lautet das begeisterte Fazit des gebürtigen Westfalen. „Ich gehe heute mit einem ganz anderen Blick durch die Stadt.“ Begeistert zeigt sich der Autor angesichts der Offenheit, mit der er bei allen besuchten und beschriebenen Akteuren aufgenommen wurde. Denn eines war ihm ganz wichtig: „Ich wollte alle von mir beschriebenen Dinge auch selbst miterlebt haben.“

Seine Reise durch Osnabrück führte ihn beispielsweise zum Seifenkistenrennen am Ziegenbrink, in das Aboretum am Piesberg, zum Rollstuhl-Basketball beim RSC Osnabrück und auf einen Rundflug über den Dächern Osnabrücks.

Welche Dinge begeistern in der dunklen Jahreszeit?

Passend zu jeder Jahreszeit hält das Buch die entsprechenden Highlights bereit. Was wäre der Winter beispielsweise ohne den Osnabrücker Weihnachtsmarkt? Und was wäre dieser ohne den sechs Meter großen, voll funktionsfähigen Nussknacker?

In den dunklen Gassen der Altstadt bewahren die Osnabrücker Nachtwächter brave Bürger vor „Lumpenpack und Diebesgesindel“ – und bringen den Gästen auf spannende und unterhaltsame Art die Stadtgeschichte näher.
Das ehrliche Votum eines Westfalen für seine neue Heimat Osnabrück soll sowohl Zugezogene als auch Eingeborene für die zahlreichen interessanten Orte, Veranstaltungen und Akteure begeistern. „Und es gibt noch weitaus mehr als die beschriebenen 55 Dinge“, schmunzelt Teutrine. Von dem Reiseführer „111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss“, dem Auslöser seiner Osnabrücker Recherchen,  ist der Autor aber noch ein ganzes Stück entfernt.

„Osnabrück. 55 Dinge, die man nicht verpassen sollte“,  von Peter Teutrine, Verlag Meinders & Elstermann, 120 Seiten, 12,80 €

Ausgabe 12, 4/2015 | Autor: Yörn Kreib
03_01 Peter Teutrine April 2014

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Nachtwächter © Peter Teutrine