Ist die Maiwoche ein Tourismusmagnet?

Livemusik unterschiedlicher Stilrichtungen, kultige Getränke- und Speiseangebote und das gesellige Miteinander ziehen pro Jahr geschätzte 600.000 Besucher in die Osnabrücker Innenstadt. Doch wer besucht eigentlich die Maiwoche – und ist sie auch ein Reiseziel für Touristen? Im Auftrag von „Osnabrücker Wissen“ hat sich das Studententeam „Streetview“ in einem Semester-Projekt der Hochschule Osnabrück der Frage gewidmet und eine Primärforschung direkt vor Ort durchgeführt.

Sechs Studierende der Hochschule und zwei Praktikanten der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim fragten rund 400 Passanten auf der 42. Maiwoche im Jahr 2014 nach ihrer Meinung. Sie konnten einzelne Aspekte in Schulnoten bewerten, aber auch Verbesserungsvorschläge einbringen.
Außerdem fand parallel eine Onlinebefragung statt, an der rund 300 Personen teilnahmen.

Wer besucht die Maiwoche und warum?

Maiwochenbesucher sind Stammgäste! Sie kamen bereits in den vergangenen Jahren und wollen das Event auch in Zukunft nicht missen. Über die Hälfte der Gäste kam direkt aus der Stadt Osnabrück, rund 40 Prozent aus Landkreis und nur knapp sieben Prozent reisten länger als eine Stunde an.
Wer zur Maiwoche kommt, hat eindeutige Motive: Die Geselligkeit, das Musikprogramm und das tolle Speise- und Getränkeangebot locken Besucher in die Osnabrücker Innenstadt. Dort treffen sie sich mit Familien und Freunden, aber auch ein Feierabendgetränk mit Kollegen ist ein willkommener Anlass.
Dass die Maiwoche fest im Kalender der Besucher steht, zeigt auch der Bekanntheitsgrad.

Nur 30 Prozent informieren sich im Vorfeld über das Programm – der Rest vertraut darauf, dass sich der Besuch in jedem Fall lohnt. Die Atmosphäre schnitt bei der Bewertung (wetterunabhängig) sehr gut ab, genauso wie das Musikangebot. Das Maidorf war dagegen heftig umstritten. Den jungen Besuchern gefiel es, den etwas älteren wäre eine Alternative mit mehr Sitzgelegenheiten lieber gewesen.

Wer gibt wie viel aus?

Die 16 bis 35-Jährigen gaben im Schnitt 22 Euro pro Besuch für Speisen, Getränke, Parken, ein eventuelles Busticket sowie Karussellfahrten aus. Den 36 bis 45-Jährigen war die Maiwoche noch mehr wert (32 Euro), die 46 bis 55-Jährigen ließen pro Besuch 26 Euro an den Ständen.
Nicht-Osnabrücker verbinden ihren Besuch mit weiteren Vorhaben. Zum Beispiel dem Besuch bei der Familie oder bei Freunden. Daneben trafen die Interviewer auch Geschäftsreisende und Kulturinteressierte.

Was kann verbessert werden?

Der Wunsch nach ansprechenden Sanitäranlagen (kürzere Wartezeiten, mehr Sauberkeit) stand an erster Stelle. Außerdem plädierten die Befragten für bekanntere Musiker – und natürlich für besseres Wetter. Einige plädierten für mehr Unterstellmöglichkeiten – oder sogar für eine Verlegung der Maiwoche. „Streetview“ hält außerdem eine bessere Beschilderung und mehr Sitzgelegenheiten, etwa in Form eines Biergartens, für sinnvoll. Außerdem sollten die Veranstalter über eine Wiederbelebung des Geländes am Herrenteichswall nachdenken. Ob Osnabrücker oder Nicht–Osnabrücker, die Maiwoche wird 2015 wieder besucht, verraten über 80 Prozent der Befragten den Interviewern. Bei der allgemeinen Bewertung kam das Volksfest der Hasestadt auf die Note „gut“.
Das Potenzial der Maiwoche als touristische Marke für gezielte Reiseanlässe kann allerdings noch ausgebaut werden. Durch mehr Werbung außerhalb Osnabrücks zum Beispiel …

http://maiwoche.osnabrueck.de/

Ausgabe 9, 1/2015 | Autor: Kathrin Abheiden

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