Wann wird die Immobilie zur Altersvorsorge?

Nachdem klassische Produkte wie Kapitallebensversicherungen oder Sparbücher immer mehr an Attraktivität verloren haben, nehmen Anleger zu Recht Immobilien in den Blick. Zu einem der interessantesten Zukunftsmärkte gehören Pflegeimmobilien. Theresia Thomas hat sich auf diese Kapitalanlagen spezialisiert und verfügt über eines der größten Angebote an Pflegeimmobilien in Deutschland. Für „Osnabrücker Wissen“ analysiert die Osnabrücker Expertin die Lage auf dem Kapital- und Wohnungsmarkt.

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Deutschland altert und mit dem Alter kommt in vielen Fällen auch die Pflegebedürftigkeit. Aktuell ist jeder Fünfte bereits über 65 Jahre alt. Immer seltener besteht die Möglichkeit einer pflegerischen Versorgung innerhalb der Familie. Schon jetzt fehlen in vielen Bundesländern Pflegeplätze und somit nimmt die Anzahl der Wartelisten in den Pflegeeinrichtungen weiter zu. Nach einer Prognose des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2013 wird die Anzahl der Pflegebedürftigen im Jahr 2020 auf 2,83 Millionen und im Jahr 2050 auf 4,4 Millionen ansteigen. Die Pflege ist in Deutschland der letzte große Wachstumsmarkt, was insbesondere durch den demographischen Wandel zu erklären ist. Da die Bevölkerung immer älter wird, wächst auch der Bedarf an Pflegeeinrichtungen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.

Renditen statt Risiken?

Die Pflegeimmobilie ist eine Geldanlage für jeden, der an Altersvorsorge oder Kapitalaufbau denkt. Sie vereint zwei Merkmale, die bei einer Kapitalanlage von großer Bedeutung sind: Attraktive Renditen und ein vergleichbar geringes Risiko. Bei der Investition in eine Pflegeimmobilie sind für den Anleger im Vergleich zu klassischen Immobilienanlageformen höhere Renditen zu erzielen. Es gibt einige nennenswerte Vorteile einer Pflegeimmobilie im Vergleich zu einer klassischen Eigentumswohnung: So muss der Eigentümer sich weder um die Vermietung oder Instandhaltung seines Appartements, noch um eine Nebenkostenabrechnung oder andere administrative Angelegenheiten kümmern. Dieser absolut geringe (bis nicht vorhandene) administrative Aufwand ist meist der Grund, warum viele junge Menschen, diese Art der Altersvorsorge für sich entdecken. Aber nicht nur sie sehen eine gute Ergänzung zur klassischen Altersvorsorge. Insbesondere Kunden im mittleren Alter, die über einige klassische

Immobilien verfügen, möchten endlich nicht mehr mit den negativen Dingen, die eine Immobilie durchaus mit sich bringen kann, konfrontiert werden. Ganz risikofrei sind Pflegeimmobilien freilich nicht. Denn auch Betreiber sind nicht vor Insolvenz gefeit – etwa wenn zu viele Betten leer bleiben und die versprochene Miete auf Dauer nicht erwirtschaftet werden kann. Als Faustregel für eine solide Kalkulation gilt: Die Miete, die der Anleger ausbezahlt bekommt, sollte nicht höher sein als das sogenannte Entgelt für Investitionskosten. Das ist der Teil des Pflegesatzes, den Bewohner für die Instandhaltung des Gebäudes und größere Anschaffungen zahlen.

„18.000 neue Pflegeheime müssten bis 2050 gebaut werden, um jedem Pflegebedürftigen einen Platz zu garantieren.“

Handelsblatt, Dr. Tobias Just, 2010

Wodurch zeichnen sich
Pflegeimmobilien aus?

Pflegeimmobilien sind Pflegeappartements in einer Pflegeeinrichtung, in denen hilfs- und pflegebedürftige Menschen leben und 24 Stunden am Tag versorgt werden.
Neben dem klassischen Merkmal wie Barrierefreiheit werden Pflegeimmobilien nach neuesten pflegewissenschaftlichen Kenntnissen gebaut, um den dort lebenden Bewohnern ein Maximum an Lebensqualität bieten zu können. Die Pflegeappartements verfügen über eine moderne und hochwertige Grundausstattung. Selbstverständlich können die Bewohner ihre Appartements selbst einrichten.

Die meisten Pflegeeinrichtungen verfügen über großzügige und einladende Gemeinschaftsräume, wie eine Bibliothek oder einen Clubraum.

„Immobilien? Eine spezielle Form der Kapitalanlage in ‚Betongold‘ scheint hier die Bedürfnisse vieler Menschen genau zu treffen: Rendite und Rentenvorsorge lassen sich verbinden, wenn man statt eines Hauses oder einer Eigentumswohnung einen Anteil an einer Pflegeimmobilie erwirbt.“

Tagesspiegel 02/2015

Bei der Auswahl der passenden Pflegeimmobilie spielen viele Faktoren eine Rolle.
So ist es von großer Bedeutung, dass die Einrichtung ausschließlich vollstationäre Pflege anbietet und einen Vertrag mit dem Sozialamt hat. Sollte das Vermögen des Bewohners für die Leistungen des Heims nicht mehr ausreichen, unterstützt das Sozialamt den Bewohner. Die Miete ist gewissermaßen von staatlicher Seite sichergestellt. So ist neben dem Standort der Immobilie der Betreiber mit seinem Gesamtkonzept die Schlüsselfigur zu einem langfristigen Erfolg einer Kapitalanlage, aber ebenso auch das Vertragswerk zu jeder Pflegeimmobilie.
Die Entfernung zum Wohnort des Anlegers sollte bei der Auswahl der Pflegeimmobilie keine Rolle spielen.

Ausgabe 14, 2/2016 | Autor: Theresia Thomas

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