Was bewegt Kinobesucher?

Die Antwort klingt futuristisch: In der Filmpassage Osnabrück bewegen sich seit Ende Oktober 19 moderne „D-BOX Motion Seats“ synchron zum Filmgeschehen! Nach einer aufwendigen Umbauphase von über zwei Wochen ist das Traditionskino der erste Anbieter in Niedersachen und einziger in Osnabrück, der die neue Technologie im Programm hat. Ein raffinierter Zusatzeffekt, bei dem man nicht zu sehr – wie auf dem Jahrmarkt – durchgeschüttelt wird, sondern vielmehr Filme einfach noch intensiver erleben kann.

Wer darf drauf?

Alle Jugendlichen und Erwachsenen, die beim Ticket-Kauf die Option dazu buchen – aus Sicherheitsgründen schaltet sich die Bewegungsfunktion erst ab einem Gewicht von 45 Kilo an. Die Technik dahinter funktioniert ähnlich wie bei einem Autositz, der nur bei Benutzung ein Warnsignal verursacht, falls der Gurt nicht angelegt ist. Bei den Motion-Seats ist übrigens kein Sicherheitsgurt notwendig.
Die Intensität der Bewegung kann manuell vom Kinobesucher gesteuert und auch ausgeschaltet werden.

Läuft jeder Film mit Bewegungseffekten?

Ähnlich wie bei 3D muss der Film mit der Technik ausgestattet sein (siehe Kasten rechts). Es laufen aber bereits viele aktuelle Streifen mit dem Bewegungseffekt: „Interstellar“, „Turtles“, „Maze Runner“, „Annabelle“, „The Equalizer“ oder auch „Die Tribute von Panem 3“.

In der Programmübersicht der Filmpassage werden D-Box-Filme ab sofort zusätzlich gekennzeichnet. Die neuen Sessel wurden in Kino 6 + 7 übrigens in Logenreihen mit Tischen und großem Platzangebot installiert.

Was kostet der Spaß?

Inhaberin Anja Thies hat uns verraten: „Der Kaufpreis pro Sessel beträgt ca. 5.000,- € – eine Amortisation dauert da schon sehr lange. Unsere Motivation für den Einsatz dieser modernsten Technik liegt ganz klar woanders: Wir möchten unseren Kunden, wie schon bei früheren Maßnahmen, das stets bestmögliche Kino-Entertainment bieten!“  Mit einem Schmunzeln fügt sie hinzu: „Man muss halt in Bewegung bleiben, um seinen Gästen immer wieder etwas Neues bieten zu können!“ Der Aufschlag für D-BOX-Filme beträgt nur 6 € – wer den Effekt vorab testen möchte, kann dies über einen Simulator im Kinofoyer kostenlos tun!

Wie funktioniert die Technik?
Drei Bewegungsarten, die den D-BOX-Sessel vor und zurück, von Seite zu Seite sowie hoch und runter manövieren, ermöglichen inkl. einer Vibrationsfunktion eine unbegrenzte Anzahl von Bewegungseffekten. Für die D-BOX Filme programmieren sogenannte „Motion Designer“ individuell einen Bewegungscode. Abgestimmt auf Filmhandlung, Dynamik und Atmosphäre werden Bewegungen und Abläufe digital auf der Festplatte des Films gespeichert. Für eine perfekt koordinierte Wiedergabe sind die Sessel mit den Digitalprojektoren verbunden. Ein Spezialserver synchronisiert den Bewegungscode mit Bild (inkl. 3D) sowie Sound und leitet die daraus resultierenden Bewegungseffekte passgenau an die D-BOX-Sessel weiter.

Ausgabe 8, 3/2014 | Autor: Stephan Buchholz

Bildnachweise

Fotos  © Jana Lange, www.jana-fotografiert.de