Was passiert eigentlich mit vergessenen Geldscheinen?

Geldautomaten gehören längst zu unserem Alltag. Doch so wie wir manchmal den Schlüssel zuhause liegen oder den Regenschirm im Restaurant stehen lassen, kann es schnell passieren, dass Geld im Automaten vergessen wird.

Was geschieht dann mit den Euroscheinen? Und noch viel wichtiger: wie bekommt man sie wieder zurück? Nach Eingabe der Geheimzahl wählen wir am Automaten den gewünschten Betrag. Wenn alle Scheine zusammensortiert sind, wird die EC-Karte wieder ausgegeben. Danach öffnet sich für 30 Sekunden das Geldfach. Findet in diesem Zeitraum keine Entnahme statt, zieht der Automat das Geld wieder ein. Es fällt in ein spezielles Fach. Dass die Scheine nicht entnommen wurden, wird im Protokoll des Automaten vermerkt. Alle zwei bis drei Tage führt ein Mitarbeiter der Bank eine Abfrage am Automaten durch, denn alle zwei bis drei Tage lassen Kunden tatsächlich etwas liegen. Die Bank kann sämtliche Transaktionen einsehen – inklusive der Beträge, die nicht mitgenommen wurden. Das vergessene Geld wandert zur Kasse.

Der Mitarbeiter der Bank kann anhand eines Ausdrucks, der unter anderem Datum, Zeit, Kontonummer und Betrag enthält, dem Kunden das Geld mit dem Betreff „Geldeinzug“ zurücküberweisen.

Und wenn es schneller gehen soll?

Wer sein Geld im Automaten vergessen hat, sollte erst einmal Ruhe bewahren und zunächst Zeit und Ort notieren. Befindet sich der Automat direkt in einer Bankfiliale, reicht ein kurzer Hinweis an den Mitarbeiter am Schalter und das Geld wird schnellstmöglich zurücküberwiesen. Ansonsten kann man einer nahe gelegenen Filiale mitteilen, wann und an welchem Automaten Geld vergessen wurde. Manche Banken verlangen einen Nachweis. In diesem Falle gibt es an jedem Automaten eine Kamera, die alles aufzeichnet.

Wie kommt man Dieben auf die Schliche?

Es kann natürlich auch vorkommen, dass die Aufnahmen der Kamera oder das Protokoll beweisen, dass das Geld doch entnommen wurde. Aber selbst in diesem Fall muss das Geld nicht unbedingt verloren sein. Die Videoüberwachung zeigt, wer die Scheine tatsächlich genommen hat. Im schlimmsten Fall hilft nur eine Anzeige bei der Polizei, die im Jahr etwa 50 bis 70 dieser Fälle bearbeiten muss.

Ausgabe 6, 1/2014 | Autor: Anne Schleep

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