Wie funktioniert moderne 3D-Technologie im Kino?

Die Antwort gibt Robin Ehlert von der Filmpassage Osnabrück:

„Kurz gesagt: neben dem Sehen von Höhe und Breite kommt noch eine dritte Dimension ins Spiel – die Tiefe! Unser Gehirn setzt dazu die zwei leicht unterschiedlichen Bilder, die wir mit unseren beiden Augen erfassen, zu einem Bild zusammen und ermöglicht so das dreidimensionale Sehen. Bei der Produktion von 3D-Filmen wird nun eigentlich nur das natürliche Sehen imitiert, indem einfach aus zwei unterschiedlichen Perspektiven gefilmt wird. Im Kino werden dann beide Bilder leicht versetzt auf die Leinwand gebracht. Ohne 3D-Brille sieht der Zuschauer deshalb ein sehr verschwommenes Bild. Die 3D-Brille ermöglicht es hingegen, mit dem linken Auge nur das Bild zu sehen, das für das linke Auge bestimmt ist und mit dem rechten Auge eben das, was für das rechte Auge aufgenommen wurde.

Wie unterstützt moderne Technik 3D?

Die Idee für dreidimensionale Filme ist schon um 1890 entstanden. Der britische Filmpionier William Friese-Greene beantragte damals ein Patent für 3D-Filme. 1915 lief im Astor Theater in New York der erste 3D-Testfilm. Anfang der 1960er Jahre versuchten Kinos mit 3D gegen den Siegeszug der Fernsehgeräte in Wohnzimmern zu punkten. Viele kennen noch die nostalgischen Brillen mit roter und blauer Folie. Neben der schlechten Bildqualität waren auch Kopfschmerzen vorprogrammiert. Heute werden in der Filmpassage sogenannte Shutterbrillen elektronisch im Kinosaal angesteuert. Synchron zu den projizierten Bildern wird jeweils der Blick eines Auges abgedunkelt und so die Trennung der „rechten“ und „linken“ Bilder ermöglicht. Dieser Prozess wiederholt sich etwa 60 Mal pro Sekunde und wird vom Betrachter nicht wahrgenommen. Die Filmpassage ist übrigens seit März 2013 in allen neun Kinosälen digitalisiert sowie in sechs Sälen 3D-fähig und somit für ein neues Kinozeitalter gerüstet!“

Ausgabe 9, 1/2015 | Autor: Robin Ehlert

Bildnachweise

Fotos © Filmpassage Osnabrück und xpand.de