Wie hoch ist das Nutzungspotential des FMO?

Diese Frage stellten sich Studierende der Hochschule Osnabrück in einem Semesterprojekt in Zusammenarbeit mit dem Flughafen Münster/Osnabrück und dem Magazin „Osnabrücker Wissen“. Durch Telefoninterviews und Umfragen mit der Internetsoftware LimeSurvey wurden Geschäftsreisende, Privatpersonen und Hochschulangehörige aus der Region Osnabrück und dem näheren Umland zu diesem Thema befragt.

Wie groß ist das Einzugsgebiet?

Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) wurde 1972 in Greven eröffnet und ist einer von 21 internationalen Flughäfen in Deutschland. Die wichtigsten Gesellschafter sind die Städte Münster, Osnabrück und der Kreis Steinfurt. Aufgrund seiner zentralen Lage verfügt der Flughafen über ein beträchtliches Einzugsgebiet von ca. 5 Millionen Menschen.
Wegen der großen Konkurrenz auf der Ebene der Low-Cost-Airlines (Ryan Air oder easyJet) an umliegenden Flughäfen haben sich die Gesellschafter dazu entschieden, sich vermehrt auch auf Linienflüge und „normale“ Touristik zu spezialisieren und den Flughafen dem entsprechend strategisch auszurichten.

Was wollen Privatpersonen und Hochschulangehörige?

Die Privatpersonen sowie die Angehörigen verschiedener Hochschulen (Studierende, Dozenten und Mitarbeiter) waren ideal über Social Media-Plattformen zu erreichen. So nahmen insgesamt 516 Personen aus beiden Zielgruppen an der Umfrage teil. Besonders wichtig war ihnen, dass es neben schnellen Prozessabläufen bzw. kurzen Laufwegen ein ansprechendes Streckenangebot, geringe Flugpreise und günstige Parkmöglichkeiten am Flughafen gibt. Seitens des Flughafens sind die Wünsche der Hochschulen und Privatpersonen nicht immer leicht zu realisieren, da viele der genannten Aspekte in der Hand der Airlines liegen und diese sich nur schwer in ihr Geschäft „reinreden“ lassen. Dennoch versucht der FMO, den Kundenwünschen weitestgehend gerecht zu werden, indem man die Airlines darauf hinweist, dass durch verbesserte Abflugzeiten und verschiedene Destinationen mehr Fluggäste an den Flughafen gelockt und die Anzahl der Passagiere gesteigert werden könnte.

Flughafen Münster/Osnabrück oder Düsseldorf?

Eine große Zielgruppe des FMO sind die Geschäftsreisenden. Mittels Telefoninterviews konnten 81 Unternehmen aus der Region mit durchschnittlich 452 Mitarbeitern zu ihren Reisetätigkeiten befragt werden. Die Ergebnisse freuten FMO-Marketingleiter Andrés Heinemann und seinen Kollegen Markus Gertken aus dem Controlling des Flughafens, die an der Abschlusspräsentation der Studie in der Hochschule Osnabrück teilnahmen: Aus der Umfrage ging hervor, dass die befragten Unternehmen den FMO deutlich auf Platz 1 (83%), gefolgt von Düsseldorf (69% und Hannover (46%) priorisiert nutzen (siehe Grafik unten). Bei der Studie kam auch heraus, dass sich die Unternehmen teilweise bessere Flugzeiten wünschen und ein großes Interesse an noch höheren Frequenzen ankommender sowie abgehender Flüge herrscht. Außerdem besteht eine Nachfrage an weiteren Nonstop-Verbindungnen zu Zielen wie zum Beispiel Berlin.

Wie geht es weiter?

Trotz mancher Kritik in den letzten Jahren ist der FMO in der Region stark verankert und in den Köpfen der Menschen präsent. Dennoch möchte der Flughafen mit mehr Werbung innerhalb von sozialen Netzwerken wie Facebook einen höheren Bekanntheitsgrad erlangen, um so mehr Fluggäste zu akquirieren. Durch die angekündigten Ausweitungen des Streckennetzes mit Fluggesellschaften wie zum Beispiel Germania oder Turkish Airlines gewinnt der FMO zunehmend an Attraktivität. Dabei gilt wohl: Je mehr Personen sich für einen Flug vom FMO entscheiden, desto besser wird das Angebot des Flughafens langfristig werden.

Was ist der Drei-Letter-Code?
Der Drei-Letter-Code wird in der Luftfahrt und zum Teil in der Logistik dafür genutzt, die verschiedenen Standorte von Flughäfen und Städten auf der Welt auseinanderzuhalten. Je nach Schreibweise variieren die Codes in den drei Buchstaben. Der Drei-Letter-Code für den Flughafen Münster/Osnabrück lautet „FMO“.

Ausgabe 10, 2/2015 | Autor: Vivian Zippelius

Bildnachweise

Flughafenbilder: © FMO, Gruppenbild © Ann-Katrin Roobrok