Wie lackiert man ein Flugzeug?

Flugzeuge bekommen nicht mehr nur zu Wartungszwecken einen neuen Anstrich. Sie werden außerdem häufig zum fliegenden Werbeträger der Markenbotschaften ihrer jeweiligen Airline oder sogar komplett von außen mit einem Motiv versehen. Egal ob orange, rot oder grün – oft erkennt man die Airline eines Flugzeugs schon an der Farbe.

Neben Flugzeugen, die wie Züge, Taxis oder eine Gummibärentüte aussehen, ist im Moment am Flughafen Münster/Osnabrück eine sehr auffällige Boeing 737-700 der Fluggesellschaft Germania zu sehen: Zum 30-jährigen Firmenjubiläum wurde die Maschine nicht nur fast komplett in ein sattes Grün getaucht, sondern auch mit einem Jubiläumslogo auf dem Seitenruder versehen, das sich von dem Dunkelgrün des Rumpfes abhebt. Darauf „fliegen“ viele kleine Flugzeuge, die aus einer hellgrünen Folie darüber geklebt sind. Als oberste Schicht schließt ein Klarlack das Motiv ab, auch um den Luftwiderstand möglichst gering zu halten.

Eine Flugzeuglackierung ist sehr aufwendig und erfolgt in mehreren Arbeitsschritten. Zuerst muss das Flugzeug abgeklebt und vorbereitet werden. Dann wird die alte Farbe entfernt und die Oberfläche abgeschliffen, wie bei allen anderen Malerarbeiten zu Hause auch. Dann wird eine weiße Grundierung aufgetragen, bevor alle weiteren Farbschichten schrittweise hinzukommen. „Für die Jubiläumsmaschine der Germania haben unsere Mitarbeiter acht Tage lang in 1.000 Arbeitsstunden rund 200 Liter Basisfarbe sowie weitere 100 Liter Aktivatoren und Härtemittel verarbeitet“, erklärt Arran Ganner, Herstellungsleiter bei EMA Air Livery. In den nächsten

eineinhalb Jahren ist die Maschine am Flughafen Münster/Osnabrück immer wieder auf ihrer Abschiedstournee zu sehen, bevor sie dann endgültig außer Dienst genommen wird. Die Chancen, vielleicht sogar in der Jubiläumsmaschine in den Sommerurlaub nach Málaga, Varna, Burgas, Adana, Mallorca und Ibiza sowie zur griechischen Ferieninsel Rhodos starten zu können, stehen also gut: Ab diesem Jahr sind wöchentlich 19 Starts und Landungen der Fluggesellschaft Germania zu diesen neuen und vielen anderen beliebten Ferienzielen rund um das Mittelmeer, das Schwarze Meer und die Kanarischen Inseln geplant.

Ausgabe 13, 1/2016 | Autor: Moritz Jacobsen

Bildnachweise

Germania-Flieger © Karsten Kiessling / restliche Bilder © FMO Flughafen Münster/Osnabrück