Wie lang sind Güterzüge?

Aus dem Lautsprecher ertönt „Vorsicht, Zugdurchfahrt“ – kurze Zeit später donnert ein schier endlos langer Güterzug am Bahnsteig vorbei.

Erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit die schweren Eisenwaggons an einem vorbeirauschen. Man versucht mitzuzählen: „Eins, zwei, drei, …, vierzehn – oder schon fünfzehn? – …“ Auf jeden Fall eine ganze Reihe. Doch wie viele können es wirklich sein? Tatsächlich messen Güterzüge mit ihren rötlichrostigen, teils besprayten Waggons maximal 700 Meter, wie eine Mitarbeiterin des Osnabrücker Bahnhofsmanagements weiß. Dabei kommt ein einzelner Waggon auf eine Länge von etwa 20 Metern. Leichte Variationen inklusive – je nach Bau- und transportierter Güterart.

Ein Güterzug kann somit schnell aus 35 aneinander gekuppelten Waggons bestehen. Wer nun noch bedenkt, dass täglich bis zu 200 dieser Kolosse den Hauptbahnhof passieren, kommt auf eine mögliche Gesamtzahl von bis zu 7.000 Waggonladungen. Aber längst nicht jeder Güterzug erreicht seine Maximallänge. Tagsüber hat nämlich der Personenverkehr Vorrang. Er übertrifft den Güterverkehr auch in der Anzahl der Tag für Tag pendelnden Zuggespanne und kommt am Osnabrücker Bahnhof auf etwa 280 Zughalte. Im Gegensatz zum Güterzug misst ein Intercity nur etwa 300 Meter, die einzelnen Wagen sind dagegen mit 26,4 Metern etwas länger als die Güterwagen.

Wer reist wohin?

Insgesamt befördern die Züge von NordWestBahn, Westfalenbahn, HKX und die Regionalbahnen, Regionalexpresse, Intercitys und ICEs der Deutschen Bahn am Osnabrücker Bahnhof tagein, tagaus durchschnittlich 16.500 Passagiere. Im Sommer sind es etwas mehr als im Winter. Hinzu kommen noch etwa 5.000 Besucher, in der Regel Angehörige der Reisenden. Von diesen Passagieren reisen die meisten über die Nord/Süd-Linie (Hamburg/ Stuttgart) an bzw. ab. Auf der West/Ost-Linie ist die Fernverkehrsverbindung Amsterdam-Berlin die wichtigste.

Ausgabe 5, 4/2013 | Autor: Tobias Bätker

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Güterzüge © Walt Adams – 123 rf