Wie viel Popcorn braucht das Kino?

Für die meisten Menschen ist ein Kinobesuch ohne Popcorn völlig undenkbar. Ob süß oder gesalzen – die luftigen Maiskörner gehören ganz einfach dazu. Doch wie viel Popcorn braucht ein gut besuchtes Kino und wie wird es überhaupt hergestellt? Die Filmpassage Osnabrück hat es uns verraten.

Wer brachte den Mais nach Europa?

Schon die Mayas, Inkas und Azteken entdeckten die Vielseitigkeit der Maiskörner. Allerdings bereiteten sie ihr „Popcorn“ in Kesseln, Tontöpfen und Metallpfannen über einem offenen Feuer zu. Im Jahre 1492 gelangten die Körner durch Christoph Kolumbus nach Europa. Als er Amerika entdeckte, nutzten die Ureinwohner Popcorn auch als Schmuck. Außerdem glaubten die Indianer, dass sie aus den aufgeplatzten Körnern etwas über die Zukunft erfahren könnten. Kolumbus probierte ein paar und nahm dann ganze Kolben mit auf die Rückreise, um sie in Europa als schmackhaften und süßen Snack zu präsentieren.

Warum platzt Popcorn?

Maiskörner setzen sich aus Wasser, Eiweiß und Stärke zusammen. Von außen fühlt sich das Korn hart und trocken an, doch im Inneren ist ein geringer Wasseranteil vorhanden. Wenn die Maiskörner erhitzt werden, verwandelt sich das Wasser sofort zu Dampf. Der Druck nimmt zu, die Schale kann dem Druck nicht mehr standhalten – das Maiskorn platzt. Gleichzeitig dehnen sich die Stärke und das Eiweiß auf ein Vielfaches aus. Und fertig ist das Popcorn!

Wie frisch ist das Popcorn?

Pro Jahr werden ca. 300.000 Liter Popcorn in der Filmpassage Osnabrück produziert. Die genaue Menge hängt von Besuchereinschätzungen ab, die wiederum mit den aktuellen Filmen zu tun haben. Blockbuster wie „Tribute von Panem“, „Der Hobbit“ oder „James Bond“ bedeuten eine höhere Zuschauerzahl und somit auch eine entsprechend größere Popcorn-Nachfrage. Da jeder Gast immer frisches Popcorn bekommen soll, wird der luftige Snack zwei bis dreimal pro Woche in der Küche der Filmpassage zubereitet. Dort stehen zwei große Kessel für die Produktion – das Mischungsverhältnis bestimmt ein hauseigenes Rezept, welches Mais, Zucker und Pflanzenfett beinhaltet. Jeder Durchgang dauert ca. 5 1/2 Minuten, in denen Temperaturen von bis zu 200° C erreicht werden. Danach kommt das Ganze in spezielle, lebensmitteltaugliche Vorratssäcke, die ein Volumen von 120 Litern fassen. Im Jahr 2014 steuerte der Popcorn-Verkauf in der Filmpassage 30 Prozent zum gesamten Gastronomieumsatz bei. Zu einem gelungenen Kinobesuch gehört eben eine ordentliche Portion Popcorn!

Was bedeutet „Popcorn“?
Das Wort stammt aus dem englischen Sprachraum und setzt sich aus „pop“ (=knallen) und „corn“ (= Mais) zusammen. Allerdings werden selbst überzeugte Gegner von zu viel Anglizismen an der Kinokasse kaum „knallenden Mais“ bestellen …

Ausgabe 10, 2/2015 | Autor: Juliana Schnuck

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